BibleNow #150: 4. Mose 27
Erbe für Frauen, Nachfolger für Mose
21.09.2026 29 min
Zusammenfassung & Show Notes
Das Erbrecht der Israeliten wies ein großes Problem auf: Weibliche Nachkommen konnten nicht erben. Das ändert Gott nach einer Anfrage der Töchter Zelofhads. Sie kommen dadurch an einen Erbteil im gelobten Land.
Außerdem ernennt Mose seinen Nachfolger. Gott erwählte Josua, den Mose dem Volk vorstellte und den er gleichzeitig segnete. Was Josua als Nachfolger auszeichnet, hört ihr in der neuen Folge BibleNow.
Außerdem ernennt Mose seinen Nachfolger. Gott erwählte Josua, den Mose dem Volk vorstellte und den er gleichzeitig segnete. Was Josua als Nachfolger auszeichnet, hört ihr in der neuen Folge BibleNow.
Transkript
BibleNow – Die Bibel und Du Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge von
BibleNow. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, wenn wir gemeinsam eine halbe
Stunde in der Bibel lesen.
Und dort sind wir gerade im vierten Buch Mose. Mose muss mal wieder einen Rechtsfall
klären. Es geht dabei um die Frage, was ist, wenn es in einer Familie keinen
männlichen Nachkommen gibt? Wer bekommt dann das Erbe?
Außerdem ernennt Mose offiziell Joshua als seinen Nachfolger.
Warum Gott ihn als Moses Nachfolger bestimmt hat, das erfahrt ihr in der neuen Folge von BibleNow.
Wir haben es im Laufe des vierten Buches Mose schon öfter erlebt,
dass Situationen neue Gesetze notwendig machen.
Die größte Situation, die dem Volk Israel noch bevorstand, ist wohl der Einzug
ins Land Kanaan. Und dafür wurden einige Gesetze dem Volk bereits weitergegeben,
die direkt damit zu tun hatten.
Andere Gesetze, die Gott durch Mose verkünden ließ, hatten mit dem Schicksal
von Menschen oder von Menschengruppen zu tun.
Diese Gesetze wurden erforderlich, weil Menschen in eine bestimmte Situation
gekommen waren oder etwas Bestimmtes getan hatten.
Eine solche Gesetzgebung, die
aufgrund von eingetretenen Situationen reagiert, kennen wir noch heute.
So gibt es beispielsweise Gesetze, die auf die Umweltverschmutzung oder auf
die Ungleichbehandlung von Menschen reagiert haben und das Ziel haben,
an dieser Situation etwas zu ändern.
In unserer heutigen Folge beginnen wir mit einem Gesetz, das aufgrund von einer
akuten Situation notwendig geworden war.
Es hatte mit der Landverteilung zu tun.
Diese war eng an männliche Nachkommen gekoppelt.
Doch hatte eine Familie nur weibliche
Nachkommen, gingen diese nach der bisherigen Gesetzeslage leer aus.
Deshalb traten die Frauen einer Familie an Mose heran und das lesen wir in 4.
Mose Kapitel 27 in den Versen 1 bis 4.
Und ich lese wie immer nach der Luther 2017 von der Deutschen Bibelgesellschaft.
Und die Töchter Zelophats, des Sohnes Hefas, des Sohnes Gileads,
des Sohnes Machias, des Sohnes Manasses, von den Geschlechtern Manasses,
des Sohnes Josefs, mit Namen Machla, Noah, Hogla, Milka und Tirza,
kamen herzu und traten vor Mose und vor Eleazar, den Priester und vor die Stammesfürsten
und die ganze Gemeinde, vor den Eingang der Stiftshütte und sprachen.
Unser Vater ist gestorben in der Wüste und war nicht unter denen,
die sich gegen den Herrn empörten, unter der Rotte Korach, sondern ist um seine
eigenen Sünde willen gestorben und hat keine Söhne.
Warum soll denn unseres Vaters Name in seinem Geschlecht untergehen, weil er keinen Sohn hat?
Gebt uns auch ein Erbteil unter den Brüdern unseres Vaters.
Wir hatten bereits im letzten Kapitel von Zelophat gesprochen.
Schon da wurde erwähnt, er hatte keine Söhne, sondern ausschließlich Töchter.
Und wie erwähnt, nach der damaligen Gesetzeslage konnten nur männliche Nachkommen
Erben beziehungsweise auch den Namen erhalten.
Vielleicht ist es bei der Zählung des Volkes, die wir das letzte Mal besprochen
haben, den Frauen aufgefallen, dass sie im Grunde ohne Erbe und damit ohne Land
in Kanaan dastehen würden.
Und deswegen bringen sie ihr Schicksal vor Mose.
Besprochen wurde dabei auch, dass ihr Vater unehrenhaft offenbar gestorben ist.
Er ist wegen seiner eigenen Sünde gestorben.
Und gleichzeitig grenzen sich die Töchter Zelophats von dem Aufstand Korachs
ab, der wohl schlimmsten Krise in der Geschichte der Israeliten.
Der Vater von den Frauen hatte sich daran nicht beteiligt, Mose und Gott in Zweifel zu ziehen.
Die Frauen, also die Töchter von Zelophat, baten Mose deshalb um ein Stück Land
als Erbe, weil sie sonst im gelobten Land heimatlos dastehen würden, ohne einen festen Sitz.
Und aus meiner Sicht ist das Bedürfnis danach, ein festes Zuhause zu haben,
sehr nachvollziehbar, auch natürlich den eigenen Namen zu erhalten,
wie es im Text erwähnt wird.
Denn ein Stück Land sicherte ihnen auch Zukunft für die eigene Familie.
Es ermöglichte ihnen, dass sie versorgt waren und so nicht auf die Almosen angewiesen
waren und in die Armut rutschten.
Gott hatte Mose zwar ein Konzept für Menschen in Armut mitgegeben,
aber das Konzept sollte eher die Ausnahme statt der Regel sein.
Und zudem setzt auch dieses Konzept voraus, dass Landbesitz in irgendeiner Form
vorhanden war, um dauerhafte Armut zu verhindern.
Es bestand dann die Möglichkeit, das Land für einige Zeit zum Beispiel an eine
andere Person zu verkaufen und dann im Erlassjahr wiederzubekommen.
Die einzige Option für die Töchter Zedophats wäre gewesen, dauerhaft in Sklaverei
zu leben und damit sich selbst zu verkaufen, bis ein männlicher Nachkomme in
der Familie vorhanden war, der dann eben den Landbesitz in Empfang nehmen konnte.
Das hätte außerdem bedeutet, dass sie von der Nachlese des Feldes anderer hätten
leben müssen und dass sie damit auf andere angewiesen wären.
Es ist also mehr als nachvollziehbar, dass sich die Töchter Zedophats an Mose
wandten und damit auch auf ein großes Problem in dem derzeitigen Erbricht hinwiesen.
Mose ging mit diesem Anliegen direkt zu Gott und bat ihn um einen Rechtsspruch.
Das lesen wir in 4. Mose Kapitel 27 und dort den Versen 5 bis 11.
Mose brachte ihre Sache vor den Herrn. Und der Herr sprach zu ihm,
die Töchter Zelophats haben recht geredet.
Du sollst ihnen ein Erbtal unter den Brüdern ihres Vaters geben und sollst ihres
Vaters Erbe ihnen zuwenden.
Und sage den Israeliten, wenn jemand stirbt und keinen Sohn hat,
so sollt ihr sein Erbe seiner Tochter zuwenden.
Hat er keine Tochter, sollt ihr es seinen Brüdern geben. Hat er keine Brüder,
sollt ihr es den Brüdern seines Vaters geben.
Hat sein Vater keine Brüder, sollt ihr es seinen nächsten Verwandten geben,
die ihm angehören in seinem Geschlecht, damit sie es in Besitz nehmen.
Das soll den Israeliten Gesetz und Recht sein, wie der Herr dem Mose geboten hat.
Gott spricht etwas aus, das ich großartig finde.
Er erkennt an, dass das derzeitige Erbrecht im Volk Israel ungerecht ist und regelt es deswegen neu.
Die Frauen bekommen direkt den Erbteil ihres Vaters zugesprochen und bekommen
damit Anteil am gelobten Land.
Und gleichzeitig nutzt Gott die Möglichkeit auch, um das Gesetz weiterzufassen.
Interessant dabei, auf die Söhne folgen im Erbrecht direkt die Töchter.
Nicht andere männliche Nachkommen der gleichen Familie, sondern eben die Töchter.
Man muss allerdings hier aufpassen, das ist noch keine wirkliche Gleichberechtigung
von Mann und Frau, denn die männlichen Nachkommen haben nach wie vor einen entscheidenden
Vorteil gegenüber den Frauen.
Erstaunlich ist ein solches Erbrecht in der damaligen Zeit allerdings schon,
weil die Frauen eben nicht vergessen werden.
Sie werden in dem Moment bedacht, wo es keinen männlichen Nachkommen gab.
Die weiblichen Nachkommen lebten dann wahrscheinlich, wenn der Mann erbte direkt
mit in dem genannten Erbbesitz oder im Erbbesitz eines männlichen Nachkommen
der gleichen Familie, der aber etwas weiter verwandt war.
Wie gesagt, es ging hier nicht vorrangig um die Frage nach Mann und Frau,
sondern hauptsächlich um die Absicherung der Versorgung der jeweiligen Familien.
Es ging darum, dass Menschen vor Armut geschützt wurden und eine gute Lebensgrundlage
haben konnten und natürlich sollte auch der Name erhalten werden.
Doch das Gesetz geht noch erheblich weiter. Sollte es keinen direkten Nachkommen
geben, würden Verwandte dann das Erbteil bekommen, also etwa der Bruder des
Verstorbenen, der Bruder des Vaters oder die nächsten Verwandten.
Das heißt, irgendjemand würde den Besitz weiter bebauen und bewohnen.
Die Frage nach dem Erbe war damals auch eine Frage des Fortbestandes bzw. des Überlebens.
Es ging schlichtweg darum, ob eine Familie versorgt war oder nicht.
Auch heute gibt es natürlich noch Erbgesetze, die sicherstellen sollen,
dass das Erbe weitergegeben werden kann.
Oftmals wird aber die Weitergabe des Besitzes durch ein Testament nochmal separat
geregelt, besonders wenn es um viel Geld geht.
In der heutigen Zeit ist das Thema des Erbens aber auch manchmal mit Ungerechtigkeit verbunden.
So bleiben reiche Familien oftmals reich, während in ärmeren Familien häufig
nicht viel weitergegeben werden kann.
Das Gesetz des Mose von damals zeigt mir, Gott wollte, dass die Menschen versorgt
waren, sich keine Sorgen machen
mussten um Armut, sondern sie sollten ein gutes Leben führen können.
Ich finde, auch heute sollte darauf geachtet werden, dass Gesetze verabschiedet
werden, die den Menschen und sein Wohlergehen im Blick haben.
Und vor allem, die dafür sorgen, dass jeder Mensch versorgt ist.
Das Volk Israel hatte ein Sozialsystem, das sich darum kümmerte,
dass auch arme Menschen versorgt waren und dass Schulden nicht auf Dauer bestanden.
Eine solche Gesetzgebung wünsche ich mir heute, damit jeder die gleiche Chance
hat, sein Leben zu gestalten und zu leben.
Die Frage des Erbes der Töchter Zedophatz ist nicht das einzige Anliegen,
das Mose in diesem Kapitel an Gott weitergibt.
Er macht sich scheinbar auch Sorgen um die zukünftige Leitung des Volkes Israel.
Davon lesen wir in 4. Mose Kapitel 27 und dort in den Versen 12 bis 17.
Und der Herr sprach zu Mose, steig auf dies Gebirge Abarim und sieh auf das
Land, das ich den Israeliten geben werde.
Und wenn du es gesehen hast, sollst du auch zu deinen Vätern versammelt werden,
wie dein Bruder Aaron zu ihnen versammelt ist, weil ihr meinem Wort ungehorsam
gewesen seid in der Wüste Zinn,
als die Gemeinde haderte und ihr mich vor ihnen heiligen solltet durch das Wasser.
Das ist das Haderwasser zu Kadesh in der Wüste Zinn.
Und Mose redete mit dem Herrn und sprach, Der Herr, der Gott des Lebensgeistes für alles Fleisch,
wolle einen Mann setzen über die Gemeinde, der vor ihnen her aus und ein geht
und sie aus und ein führt, damit die Gemeinde des Herrn nicht sei wie die Schafe ohne Hirten.
Die Situation muss für Mose atemberaubend und gleichzeitig tief traurig gewesen sein.
Er sollte auf das Gebirge Abarim steigen und durfte einen Blick erhaschen auf
das Land, das Gott dem Volk Israel geben würde.
Gott sagte zu Mose, du darfst das Land sehen und dann wirst du sterben,
so wie es Aaron bereits getroffen hatte.
Dass Mose nicht in das Land Kana angehen durfte, wusste er bereits.
Und gerade deswegen kann ich mir vorstellen, dass es für ihn in dieser Situation
mit Freude und Schmerz verbunden gewesen sein muss, dieses Land zu sehen.
Freude darüber, was für ein wunderbares Land Israel in Zukunft bewohnen würde,
aber auch gleichzeitig Traurigkeit darüber, dass er selbst keinen Fuß in dieses Land setzen durfte.
Gott möchte ihm jedoch diesen Eindruck mitgeben. Er möchte ihm zeigen,
dass er sein Versprechen hält.
Gleichzeitig wird Mose noch einmal mit seinem eigenen Verhalten konfrontiert.
Er hatte in der Wüste Zinn sich selbst zu Gott gemacht, hat an einen Felsen
geschlagen, von dem Gott sagte, dass er mit ihm reden solle und hatte so getan,
als könnte er selbst das Wasser hervorbringen und als sei das Ganze nicht auf Gott zurückzuführen.
Daraufhin hatte Gott ihm angekündigt, dass er nicht in das gelobte Land mitziehen dürfe.
Genauso wenig wie Aaron, der zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben war.
In Mose kommt deshalb eine wichtige Frage auf. Wer wird das Volk Israel in Zukunft führen?
Wie soll seine Nachfolge geregelt werden? Der Grund war sicherlich,
dass Mose glaubte, ohne Führung würde das Volk orientierungslos sein.
Und zwar in Bezug auf den Glauben, wie auch in Bezug auf das eigene Leben.
Und das wird konkret zur Formulierung gebracht. Er sagt, damit sie nicht sind wie Schafe ohne Hirten.
Mose hatte Bedenken, dass ohne eine mit Gott eng zusammenarbeitende Führung
Chaos im Volk ausbrechen würde und sich möglicherweise das Volk von Gott abwenden würde.
Im Übrigen, das Bild von Schafen ohne Hirten wird in der Bibel öfter gebraucht.
Besonders der Prophet Hesekiel bedient sich öfters dieses Bildes,
aber auch Jesus gebraucht diesen Vergleich.
Wir lesen Matthäus Kapitel 9 und dort die Verse 35 bis 38.
Und Jesus zog umher in alle Städte und Dürfer, lehrte in ihren Synagogen und
predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Kranken und alle Gebrechen.
Und als er das Volk sah, jammerte es ihn, denn sie waren geängstet und zerstreut
wie die Schafe, die keinen Hürden haben.
Da sprach er zu seinen Jüngern, die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter.
Darum bittest den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.
Wir begegnen hier einem Jesus, der durch Städte und Dürfer zieht,
lehrt, predigt und heilt.
Und er stellt beim Anblick des Volkes fest, sie sind wie Schafe,
die keinen Hirten haben.
Und er macht das vor allem an zwei Merkmalen fest. Die Menschen haben Angst und sie sind zerstreut.
Ich denke, mit Zerstreuung meint Jesus hier, dass sie ganz viele unterschiedliche
Ansätze haben, über Gott nachzudenken und darüber nachzudenken,
wie sie Erlösung bekommen.
Das adressiert Jesus im Matthäusevangelium übrigens öfter.
Es wird beschrieben, wie einzelne religiöse Parteien in dem damaligen jüdischen
Volk den Menschen es schwer machten, an Gott zu glauben,
beziehungsweise legten sie den Leuten viele Gesetze und Rituale auf und sagten,
nur auf diese Weise kommt ihr zu Gott.
Die Angst war sicherlich damit verbunden, dass das Volk Israel zum einen damals
von den Römern besetzt war,
Gleichzeitig hatte es sicherlich aber auch damit zu tun, dass sie Gott teilweise
als grausamen Richter empfanden, der penibel aufpasste, dass sie ja nichts falsch machen.
Jesus sah für sich, als Gott in Menschengestalt den Auftrag,
dass er den Menschen genau an dieser Stelle helfen wollte.
Er wollte ihnen Orientierung geben, wie Gott wirklich ist und wie Gott über
sie dachte und warum sie vor ihm keine Angst zu haben brauchten,
weil er sie unendlich liebte.
Da Jesus aber wusste, dass seine Zeit auf Erden begrenzt war,
sagte er, es braucht Menschen, die seinen Auftrag fortführen und in seine Fußstapfen treten.
Und deshalb bat er seine Jünger, dass sie um Mitarbeiter beteten und berief
sie gleichzeitig als seine Mitarbeiter.
Ich denke, auch heute erleben wir noch viele verängstigte Menschen,
denen es gleichzeitig auch an Orientierung im Leben fehlt.
Wir haben heute manchmal das Gefühl, dass die Probleme dieser Welt zu groß geworden
sind, als dass wir uns in dieser Welt noch orientieren könnten.
Und gleichzeitig sind auch viele Fragen nach Gott da. Ist er wirklich so,
wie von ihm geredet wird?
Teilweise wird Gott immer noch so vermittelt, als ginge es ihm darum,
dass Menschen möglichst schon ein einwandfreies Leben vorweisen müssten,
bevor sie zu ihm kommen könnten.
Ich muss in diesem Zusammenhang an ein Lied von den Toten Hosen denken.
Sie singen, ich will nicht ins Paradies, weil der Weg dorthin so schwierig ist.
Es wird darin berichtet, dass Menschen möglichst brav beten,
beichten und ein perfektes Leben leben müssten, damit es mit dem Weg in den Himmel klappt.
Ich glaube, auch heute brauchen die Menschen Botschafter, die ihnen erzählen,
wie Gott wirklich ist und wie das mit der Erlösung ist.
Es gibt immer wieder noch zu häufig den Gedanken bei Menschen,
dass wir uns den Weg in den Himmel erarbeiten müssen.
Wir haben also auch heute in gewisser Hinsicht Schafe ohne Hürden.
Im Glauben sind das Menschen, die nicht wissen, wie Gott ist und zu ihnen steht.
Und im Weltgeschehen mag das sein, dass Menschen die Orientierung und auch Hoffnung
fehlt, weil die Probleme in der Welt teilweise so groß sind,
dass sie unlösbar scheinen.
Ich bin dankbar, dass ich Gott als einen liebenden Gott kennengelernt habe.
Als einen Gott, der alles dafür getan hat, dass ich erlöst bin und das ewige Leben habe.
Das hat Gott, so bin ich überzeugt, mir geschenkt. Dafür musste ich mich nicht
erst gut benehmen, möglichst viel beten und auch nicht kriechen.
Ich bin genau aus diesem Grund Pastor geworden, weil ich Gottes Liebe zu mir
erlebt habe und weil ich gern anderen Menschen diese Liebe weitergeben bzw.
Ihnen davon erzählen möchte.
Ich möchte dazu aber auch sagen, nicht jeder Mensch muss dafür natürlich Pastor
werden, sondern wenn du möchtest und die Liebe Gottes in deinem Leben erfahren
hast, kannst du natürlich auch einfach davon weitererzählen.
Du kannst sie zu dem Hürden führen, der ihnen Orientierung in Bezug auf ihre
Fragen nach Gott und der Welt gibt und der ihnen schenkt, dass sie mit Gott
versöhnt sind, wieder in Beziehung leben können und das ewige Leben haben.
Vielleicht fällt dir heute ein Mensch ein, dem du diese Hoffnung in den nächsten
Tagen weitergeben möchtest.
Ich lade dich und auch mich dazu ein, zu diesen Botschaftern von Gottes Liebe und Hoffnung zu werden.
Wir gehen jetzt aber wieder zurück zum Geschehen rund um Mose.
Gott teilt ihm jetzt mit, wer sein Nachfolger sein soll und damit auch,
wer das Volk in das gelobte Land führen sollte.
Wir lesen 4. Mose Kapitel 27 und dort die Verse 18 bis 23.
Und der Herr sprach zu Mose, nimm Joshua zu dir, den Sohn Nuns,
einen Mann, in dem der Geist ist, und lege deine Hände auf ihn und lass ihn
treten vor den Priester Eleazar
und vor die ganze Gemeinde und bestelle ihn vor ihren Augen
und lege von deiner Herrlichkeit auf ihn, damit ihm gehorche die ganze Gemeinde der Israeliten.
Und er soll treten vor Eleazar, den Priester, der soll für ihn mit den heiligen
Losen den Herrn befragen.
Nach dessen Befehl sollen aus- und einziehen er und alle Israeliten mit ihm und die ganze Gemeinde.
Mose tat, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm Joshua und ließ ihn treten
vor den Priester Eleazar und vor die ganze Gemeinde und legte seine Hände auf
ihn und bestellte ihn, wie der Herr durch Mose geredet hatte.
Joshua soll zum Nachfolger von Mose werden. Das einzige Kriterium,
warum er erwählt wird, in ihm ist der Geist, gemeint ist der Geist Gottes.
Gott wollte damit nicht nur einen Leiter, der besondere Fähigkeiten in diesem
Bereich hat, sondern jemanden, der sich durch seinen Geist leiten lässt,
der also weiterhin auf den Wegen Gottes geht.
Gottes Auftrag an Mose war, er soll ihm die Hände auflegen und ihn vor den hohen
Priester Eleazar treten lassen und vor die ganze Gemeinde.
Er sollte damit also den Segen Gottes weitergegeben bekommen durch Mose und
gleichzeitig auch dem Volk als sein Nachfolger vorgestellt werden.
Durch die Vorstellung von Mose sollte Joshua damit Autorität zugesprochen bekommen,
damit das Volk ihn als neuen Leiter akzeptierte.
Und damit er die große Menge der Israeliten weiterführen konnte.
Eine besondere Rolle sollten in seinem Leben die Lose Urim und Tumim spielen.
Das waren Lose, die der Priester werfen sollte, damit Gottes Wille klar werden würde.
Es zeigt sich damit, Gott wollte mit Joshua auf eine andere Art und Weise reden,
als das bei Mose der Fall war.
Wir haben bisher bei Mose gelesen, dass er mit Gott redete von Angesicht zu
Angesicht wie ein Mann mit seinem Freund.
Bei Joshua würde es tatsächlich über diese zwei Lose gehen.
Wir werden im Buch Joshua sehen, dass dort die Lose viel häufiger zum Einsatz
kommen, als das bisher der Fall war.
Es werden dadurch Entscheidungen getroffen und teilweise auch Rechtsfälle geklärt.
Wir hatten in Bibelnau schon einige Male Begegnungen im Bibeltext mit Joshua.
Er wurde uns zum Beispiel im zweiten Buch Mose vorgestellt, und zwar als jemand,
der permanent in der Stiftshütte war und dort die Nähe Gottes suchte.
Auch scheint er schon des Öfteren eng mit Mose zusammengearbeitet zu haben.
Er war zum Beispiel einer von zwei Kundschaftern, die an die Eroberung des Landes
Kanaan noch zu Zeiten der Vorgängergeneration Israels glaubten.
Das zeigt zwei wichtige Aspekte über Joshua. Er war eng mit Gott verbunden und
gleichzeitig vertraute er auf Gottes Möglichkeiten.
Und ich glaube, diese zwei Aspekte waren in Bezug auf die Aufgabe,
die er übernehmen sollte, nämlich Israel ins gelobte Land zu führen, besonders wichtig.
Er hatte Gott kennengelernt und ihm war die Nähe zu Gott so wichtig,
dass er sie immer wieder suchte.
Und das ist eine wichtige Gemeinsamkeit, die er mit Mose hatte.
Dass er auf die Möglichkeiten Gottes vertraute, war für die Eroberung Kanaans auch wichtig.
Er hatte selbst erlebt, wie Gott das Volk aus Ägypten befreit hatte.
Und selbst wenn es mächtige, befestigte Städte oder scheinbar übermächtige Gegner
im Lande Kanaan gab, so wollte er Gott zutrauen, dass sie das Land mit seiner Hilfe erobern konnten.
Ich sehe diese zwei Aspekte auch heute noch als wichtig für Menschen an,
die in Gottes Gemeinde eine leitende Funktion übernehmen wollen.
Leiter in Gottes Gemeinde sollten eine enge Beziehung zu Gott pflegen.
Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Grundvoraussetzung dafür,
dass sie die eigene Arbeit gut machen können.
Wir sehen das auch bei Joshua. Er sollte sich durch die Lose um ihm und tum
ihm und damit durch Gott leiten lassen.
Gott sollte der eigentliche Leiter des Volkes sein und Joshua so eng mit ihm
verbunden, dass er das tat, worin er den Willen Gottes durch die Lose erkannte.
Auch Leiter in der Gemeinde sollten immer wieder Gottes Nähe suchen,
beten, in der Bibel lesen, sich mit Menschen unterhalten, die Gott nahe sind
und sich damit durch Gott führen lassen.
Ich bin der festen Überzeugung, Gemeinden mit Leitern, die sich von Gott leiten
lassen, werden eine segensreiche Gemeindearbeit haben und auch erleben,
dass sie in herausfordernden Situationen in Gott Orientierung finden.
Gleichzeitig haben sie in Gott ihren festen Ansprechpartner in dem,
was sie freut oder wo sie Grund zum Klagen sehen.
Sie können ihm das alles anvertrauen und auf diese Weise mit ihm als wahren
Leiter der Gemeinde seine Führung und seine Fürsorge erleben.
Gleichzeitig sollten Leiter in der Gemeinde Gottes das Vertrauen in Gottes Fähigkeiten haben.
Und ich denke, dass dieser Punkt unmittelbar mit dem ersten Punkt zu tun hat.
Wer Gott kennengelernt hat, der vertraut auch auf seine Fähigkeiten.
Er hat gesehen und erlebt, wozu Gott in der Lage ist. Das heißt,
er weiß, dass für Gott nichts unmöglich ist.
Ich bin mir sicher, wer im Dienst Gottes steht und auf seine Fähigkeiten vertraut,
wird viele große und kleine Wunder erleben und im Geschehen immer wieder Gottes Handschrift sehen.
Ihm werden manche Aufgaben vielleicht groß erscheinen, aber er wird darauf vertrauen,
dass Gott ihm die nötigen Gaben und Fähigkeiten schenkt beziehungsweise gelingen zu der Aufgabe.
Und das ist etwas, was ich in meinem Dienst als Pastor schon öfters erleben durfte.
Ich möchte euch dazu ein Beispiel nennen. Direkt zu Beginn meines Dienstes hatte
ich den Eindruck, dass Gott wollte, dass ich eine bestimmte Ausbildungsveranstaltung
für Jüngerschaft nach Deutschland holte.
Das war eine Veranstaltung, die zuvor nie außerhalb der USA stattgefunden hatte.
Ich war aber der Überzeugung, dass genau dieses Format in Deutschland gebraucht wird.
Also fing ich an und fragte einige Leitungspersonen meiner Freikirche an und
stellte ihnen meine Idee vor.
Ich kassierte direkt eine Absage aus dem einen Bereich, während ich aber erlebte,
dass unser damaliger Leiter für Gemeindeaufbau so in etwa sagte,
lass uns mal sehen, was da so geht.
Kurze Zeit später gab er mir das Okay und ich fing an zu organisieren und tatsächlich
sagte uns das Team für unseren Wunschtermin im Folgejahr zu.
Es gab auf dem Weg zur Veranstaltung immer wieder Hürden. Etwa wurden eine Woche
vor dem Event fast alle Flüge des Teams, das wir eingeladen hatten,
wegen Streiks gecancelt.
Doch Gott sorgte dafür, dass schnell Lösungen für die Probleme gefunden werden
konnten und zum Beispiel neue Flüge gebucht werden konnten.
Viele Prediger-Kollegen hielten es damals für unmöglich, dass diese Veranstaltung
stattfinden würde und dass sich es schaffen würde, das Team mit dem Veranstaltungsformat
nach Deutschland zu holen.
Doch es gelang und es war eine sehr segensreiche Veranstaltung.
Viele Menschen entschieden sich für Jesus, dafür ihm zu dienen oder sie entschieden
sich dafür, nicht die Gemeinde zu verlassen.
Ich sage das nicht, weil ich der Überzeugung bin, dass ich mehr Vertrauen in
Gottes Fähigkeiten habe als andere und erst recht nicht, um mich selbst zu loben.
Tatsächlich ist mein Glaube in manch anderen Situationen sehr klein.
Ich habe aber erleben dürfen, was es bedeutet, wenn ich auf Gottes Fähigkeiten
vertraue, dann kann wirklich Großartiges geschehen.
Ich bin der Überzeugung, Leiter, die auf Gottes Fähigkeiten vertrauen,
werden solche Momente in ihrem Dienst erleben und werden erleben,
wie Gottes Handschrift in diesem Geschehen immer wieder sichtbar wird.
Ich möchte dir und mir deshalb, auch wenn du vielleicht kein Leiter bist,
Mut machen, lass uns Gottes Nähe immer wieder suchen und auf seine Fähigkeiten vertrauen.
Ich bin mir sicher, dass wir dann so manches Wunder erleben werden.
Das nächste Mal geht es in BibleNow weiter mit dem vierten Buch Mose.
Wir werden uns das nächste Mal wieder mit eiligen Gesetzen beschäftigen.
Es geht unter anderem um das tägliche Opfer.
Das Opfer am Sabbat, das Passerfest und das Fest der Erstlinge.
Welche Bedeutung diese Opfer und diese Feste für das Volk Israel hatten,
das erfährst du in der nächsten Folge von BibleNow.
Ich würde mich freuen, wenn du das nächste Mal wieder mit dabei bist,
wenn es heißt BibleNow, die Bibel und du.
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Das war's von BibleNow für diese Woche. Ich würde mich freuen,
wenn ihr das nächste Mal wieder dabei seid. Bis dahin, Gottes Segen, macht's gut. Ciao.
Das war BibleNow, die Bibel und du.
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Wir hören uns nächste Woche. Bis dahin wünschen wir dir Gottes Segen und viel Spaß beim Bibellesen.