BibleNow #147: 4. Mose 22,21-23,12
Ein Esel auf Abwegen
24.08.2026 32 min
Zusammenfassung & Show Notes
Bileam macht sich auf den Weg zu Balak. Doch Gott möchte ihn an dem Weg hindern. Dies tut er, indem er den Engel des Herrn in den Weg von Bileam stellt. Bileam sieht es nicht - nur seine Eselin, die dem Engel immer wieder ausweicht. Welche Folgen das für die Eselin und Bileam selbst hat, erfahrt ihr in der neuen Folge BibleNow. Außerdem hört ihr, warum der Plan Balaks, das Volk Israel zu verfluchen, so nicht aufgeht, wie er sich das vorgestellt hat.
Transkript
Bible Now, die Bibel und du. Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge von
Bible Now. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, wenn wir gemeinsam eine halbe
Stunde in der Bibel lesen.
Wir sind im vierten Buch Mose und dort hatte Biliam beschlossen,
zu König Balak zu ziehen.
Er machte sich auf den Weg, zusammen mit seiner Eselin, doch die wollte nicht so, wie er wollte.
Warum sie andere Wege ging, als er wollte, das hört ihr heute in Bible Now.
Außerdem werdet ihr erfahren, wie Gott mit dem eigenwilligen Weg von Biliam
umgeht. Das alles und noch viel mehr hört ihr heute in der brandneuen Folge
von Bible Now. Schön, dass ihr mit dabei seid.
Das Volk Israel war auf dem Weg ins gelobte Land bereits einigen Schwierigkeiten
begegnet. Immer wieder reagierten die umliegenden Völker aggressiv und griffen Israel an.
Doch Gott hatte ihnen bisher immer den Sieg über die verschiedenen amoritischen
Völker geschenkt und damit dafür gesorgt, dass auch erste Israeliten eine neue
Heimat fanden in den eroberten Gebieten.
Balak, seines Zeichens König der Moabiter, hatte sich deswegen eine andere Strategie
überlegt. Er erkannte, dass Israel ihm rein von der Größe des Volkes her schon
überlegen war und ließ deshalb Biliam rufen.
Biliam war jemand, der im Bund mit Gott lebte und dementsprechend bezog er Gott
auch in die Frage mit ein, ob er den Auftrag von Balak, das Volk Israel zu verfluchen,
annehmen sollte oder nicht.
Biliam lehnte es deshalb zunächst ab, mit Balaks Leuten mitzuziehen. zu ziehen.
Als der aber mit noch mehr und wichtigeren Leuten auf den Plan trat und außerdem
ihm das Versprechen von Ehre und Macht gab, fragte Biliam zwar Gott,
hatte für sich aber schon bereits die Entscheidung getroffen,
ich möchte mit ihnen mitziehen.
Und Gott ließ ihn das tun.
Doch der Weg hin zu Balak hielt noch eine Überraschung bereit.
Seine Eselin, auf der er zu Balak ritt, wollte nicht so, wie er wollte.
Wir lesen 4. Mose Kapitel 22 und dort die Verse 21 bis 27 und ich lese wie immer
nach der Luther 2017 von der Deutschen Bibelgesellschaft.
Da stand Biliam am Morgen auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter.
Aber der Zorn des Herrn entbrannte darüber, dass er hinzog, und der Engel des
Herrn trat in den Weg, um ihm zu widerstehen.
Er aber ritt auf seiner Eselin, und zwei Knechte waren mit ihm.
Und die Eselin sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen mit einem bloßen Schwert in seiner Hand.
Und die Eselin wich vom Weg ab und ging auf dem Felde.
Biliam aber schlug sie, um sie wieder auf den Weg zu bringen.
Da trat der Engel des Herrn auf den Pfad zwischen den Weinbergen,
wo auf beiden Seiten Mauern waren.
Und als die Eselin den Engel des Herrn sah, drängte sie sich an die Mauer und
klemmte Biliam den Fuß ein an der Mauer und erschlug sie noch mehr.
Da ging der Engel des Herrn weiter und trat an eine enge Stelle,
wo kein Platz mehr war, auszuweichen, weder zur rechten noch zur linken.
Und als die Eselin den Engel des Herrn sah, fiel sie auf die Knie unter Biliam.
Da entbrannte der Zorn Biliams und erschlug die Eselin mit dem Stecken.
Biliam hatte sich also auf den Weg gemacht. Er zog mit den Fürsten der Moabiter.
Er hatte also durchaus wichtiges Personal dabei.
Gott gefiel es allerdings überhaupt nicht, dass Biliam mit den Fürsten mitzog.
Das mag wie ein Widerspruch wirken, denn Biliam hatte ja von Gott quasi das
Okay bekommen, doch ich hatte ja bereits das letzte Mal erwähnt,
Gott reagierte damit nur auf einen von Biliam ohnehin schon vorgefassten Willen.
Dieser ging wahrscheinlich auch noch ein Stück darüber hinaus,
was Gott dem Biliam gesagt hatte.
Er hatte ihm ja mitgeteilt, er durfte nur das sagen, was Gott ihm sagte.
Nur das durfte er aussprechen, nichts anderes.
Ich glaube persönlich, Gott hat sich Biliam nur deswegen in den Weg gestellt,
weil er für sich an diesem Wort Gottes gerüttelt hat.
Er wollte den Ruhm, die Ehre und die Macht und die Aufgabe von Balak erfüllen,
die diesen Ruhm und die Ehre und die Macht mit sich bringen würde.
Gott reagiert mit seinem Zorn, das heißt, er wollte korrigierend in das Handeln
von Biliam eingreifen, weil er sich eben auf dem falschen Weg befand.
Und das tut er, indem er sich durch den Engel des Herrn mit einem bloßen Schwert in den Weg stellte.
Das Problem war, nur die Eselin konnte den Engel sehen.
Biliam und auch seine zwei Knechte, die bei ihm waren, anscheinend nicht.
Die Eselin wich dem Engel des Herrn immer wieder aus. Sie verletzte Biliam dabei
sogar ein Stück, indem sie den Fuß von Biliam an der Mauer einklemmte und Biliam
wusste gar nicht, warum das alles geschah.
Er dachte einfach nur, dass seine Eselin stur war.
Und er reagierte, indem er seine Eselin schlug. Er tat das einmal,
er tat das zweimal und dann noch ein drittes Mal.
Das Problem für Biliam war, die Realität, die die Eselin wahrnahm,
war eine andere Realität als die, die er sah.
Er konnte den Engel des Herrn nicht sehen. Er dachte nur, was für eine dumme,
störrische Eselin, die mich nicht dorthin bringt, wohin ich möchte.
Und interessant dabei ist, das Sehen des Engels des Herrn führt bei der Eselin
sogar noch dazu, dass sie sich niederkniet, als es keinen Weg zum Ausweichen mehr gab.
Es gab keine Möglichkeit mehr, wie sie dem Engel des Herrn entgehen konnte.
Gott handelt hier auf eine ungewöhnliche Weise. Er nutzt ein Tier,
um Biliam von seinem Irrweg zu überzeugen.
Und er tut dies im nachfolgenden Text sogar noch mit einer ganz ungewöhnlichen Art.
Wir lesen 4. Mose 22, die Verse 28-30.
Sprach zu Biliam, was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?
Biliam sprach zur Eselin, weil du Mutwillen mit mir treibst.
Ach, dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich töten.
Die Eselin sprach zu Biliam, bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten
bist von jeher bis auf diesen Tag?
War es je meine Art, es so mit dir zu treiben? Er sprach, nein.
Gott lässt die Eselin mit Biliam sprechen und er konfrontiert ihn auf diese
Art und Weise mit seiner eigenen Wut, mit dem Mutwillen, den er mit seiner eigenen Eselin trieb.
Biliam ist dabei so in seine Wut und seinen Hass verstrickt,
dass er selbst bei diesem Wunder die Realität Gottes nicht wahrnimmt.
Im Gegenteil, er konzentriert sich voll auf die Situation, die er gerade mit der Eselin erlebt.
Er sieht also keinen Fehler darin, dass er seine eigene Eselin dreimal geschlagen hat.
Im Gegenteil, die Wut bewegt ihn sogar so weit, dass er bereit wäre,
wenn er ein Schwert hätte, die eigene Eselin umzubringen.
Und die Eselin nutzt die Möglichkeit und zeigt Biliam auf, wie sie in der Vergangenheit
ihn immer wieder treu von A nach B gebracht hatte, wie er immer mit ihr zufrieden
war und bisher nie auch nur einen Grund hatte, so mit ihr umzugehen.
Ich glaube persönlich, Biliam war der Weg zu Balak, verbunden mit den Ehrungen
und auch der Aufgabe, die er übernehmen sollte, so wichtig, dass er alles andere
völlig aus den Augen verlor.
Irrwege, besonders auch wenn sie mit Ruhm, Ehre und Macht verbunden sind, können blind machen.
Ja, sie können sogar Hass gegenüber dem Mitmenschen und allem anderen,
was sich in den Weg stellt, verursachen.
Wir sehen das jeden Tag im Weltgeschehen. Dort, wo Menschen Macht und Ehre zu
Kopf steigen, kennen sie keine Grenzen mehr.
Da wird der Ellbogen ausgefahren und alles, was sich in dem Weg stellt, wird beseitigt.
Doch genau dieses Denken schafft kein langanhaltendes Fundament.
Und im Gegenteil, dieses Fundament ist sogar sehr endlich.
Schon viele Menschen wollten ewige Reiche aufrichten, dauerhaft ihre Macht und
ihr Ansehen sichern und diesen Traum haben sie versucht, mit Gewalt durchzusetzen.
Und das endete häufig aber nach einer sehr begrenzten Zeit.
Nichts, was hier auf dieser Welt passiert und was wir aufbauen,
hat ewigen Bestand. Es taucht später vielleicht in den Geschichtsbüchern auf,
aber dabei bleibt es dann auch.
Gott wollte Biliam von diesem Weg, der dazu noch eine schlechte Absicht beinhaltete,
abhalten. Er stellte sich ihm in den Weg.
Für mich ist das auch eine wichtige Frage, nämlich das Motiv.
Warum handle ich so, wie ich handle? Und diese Frage ist besonders wichtig,
wenn ich mit Gott in Verbindung stehe und für ihn wirken und arbeiten will.
So sah es ja bei Biliam am Anfang auch aus.
Es kann sein, dass ich ein erfolgreicher Prediger bin, ein erfolgreicher Evangelist,
dass ich ein erfolgreicher Lobpreisleiter oder Gemeindeleiter bin.
Aber wenn für mich dabei gar nicht so sehr die Ehre Gottes im Vordergrund steht,
sondern eher die eigene Ehre oder die eigene Macht, dann bin ich auf einem Irrweg.
Biliam befand sich genau auf diesem Irrweg. Und deshalb stellte sich Gott ihm in den Weg.
Er wollte ihn von diesem Weg abbringen.
Doch der Weg, den er eingeschlagen hatte und die Aussichten,
auf die er hinwirkte, haben ihn blind gemacht für Gottes Realität.
Ich glaube, so ähnlich kann uns auch die Suche nach eigener Ehre und Macht für
Gottes Wege blind machen.
Selbst wenn wir denken, im Namen Gottes zu handeln, kann es am Ende sein,
dass wir hauptsächlich für uns selbst handeln und eigene Wege gehen.
Es ist deshalb wichtig, mit Gott verbunden zu bleiben und mit ihm gemeinsam
permanent das eigene Tun zu reflektieren und zu hinterfragen.
Aber noch mehr als das Tun, sollte es dabei auch um die eigenen Motive gehen.
Es sollte darum gehen, sich zu fragen, warum tue ich das, was ich tue?
Und ist das wirklich im Sinne Gottes sowohl meine Tat als auch mein Motiv?
Ich möchte mir deshalb selbst und auch euch dazu Mut machen,
mit Gott in Verbindung zu bleiben und ihn zu fragen, was der richtige Weg ist
und wie der richtige Weg gegangen werden kann.
Ich möchte mit euch weiter im Text lesen, in 4. Mose 22 und dort in den Versen 31 bis 35.
Da heißt es, da öffnete der Herr dem Biliam die Augen, dass er den Engel des
Herrn auf dem Weg stehen sah, mit einem bloßen Schwert in seiner Hand,
und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht.
Und der Engel des Herrn sprach zu ihm, warum hast du deine Eselin nun dreimal geschlagen?
Siehe, ich habe mich aufgemacht, um dir zu widerstehen, denn der Weg vor mir führt ins Verderben.
Und die Eselin hat mich gesehen und ist mir dreimal ausgewichen.
Wäre sie mir nicht ausgewichen, wollte ich dich jetzt töten,
die Eselin aber am Leben lassen.
Da sprach Biliam zu dem Engel des Herrn, ich habe gesündigt.
Ich habe ja nicht gewusst, dass du mir entgegenstandest auf dem Wege.
Und nun, wenn dir es nicht gefällt, will ich wieder umkehren.
Der Engel des Herrn sprach zu ihm, »Zieh hin mit den Männern,
aber nichts anderes, als was
ich zu dir sage, sollst du reden.« So zog Biliam mit den Fürsten Balax.
Gott öffnet dem Biliam jetzt die Augen für die Realität, die die Eselin sah.
Auf einmal sieht er da einen Engel mit bloßem Schwert, den Engel des Herrn.
Und auf einmal handelt er genauso wie die Eselin, er kniet nieder, er fällt nieder.
Der Engel des Herrn stellt ihn direkt zur Rede. Warum hast du die Eselin dreimal geschlagen?
Und erklärt ihn dann auch direkt auf, warum er sich Biliam in den Weg gestellt hatte.
Denn geht er diesen Weg weiter, so würde er ihn ins Verderben führen.
Gleichzeitig sagt er ihm, wäre die Eselin nicht ihm ausgewichen,
dann hätte Biliam das mit dem Leben bezahlt.
Die Verhältnisse kehren sich also um. Biliam war davon ausgegangen,
dass die Eselin störrisch war.
Stattdessen war es aber ganz anders. Biliam hatte der eigenen Eselin das Leben zu verdanken.
Mit diesem neuen Blick, dieser für Biliam neuen Realität, zieht auf einmal Reue ein.
Er räumt seinen Fehler ein, bekennt, dass er gesündigt hat und dass er nicht
wusste, was die Eselin wusste.
Ja, er war sogar bereit, umzukehren.
Interessant finde ich jetzt, dass der Engel des Herrn ihn nicht umkehren lässt,
sondern stattdessen sein Handeln in der bestehenden Situation verändern will.
Hier zeigt sich für mich, Biliam hatte nicht nur einen Weg in die falsche Richtung
eingeschlagen, was seine Reise betraf, sondern er wollte anscheinend auch noch
entgegen dem, was Gott zu ihm gesagt hatte, handeln.
Der Engel wiederholt jetzt wiederum das, was Gott ihm bereits mitgeteilt hatte,
als Biliam ein zweites Mal eine Nacht darüber schlief, ob er jetzt zu Balak
ziehen sollte oder nicht.
Er sollte nur die Worte reden, die Gott ihm gebot zu reden.
Das Problem war also nicht nur, dass Biliam sich auf den Weg machte,
sondern dass er auch innerlich vorhatte, gegen Gottes Willen zu handeln.
Er wollte das Volk Israel verfluchen und damit verhindern, dass sie sich weiter
auf den Weg ins gelobte Land machen konnten.
Er wollte sich in den Dienst eines Königs stellen, der mit Gott wenig zu tun
hatte und wollte gegen Gott handeln.
Dass Gott hier nicht den Weg, aber dafür das Tun von Biliam korrigierte,
zeigt mir, manchmal kann ein verändertes Handeln in einer Situation dazu führen,
dass wir Gottes Willen tun.
Wir müssen die Situation also
nicht unbedingt verlassen, sondern unter Umständen nur anders handeln.
Um mal bei dem Beispiel von vorhin zu bleiben, wenn meine Motive und auch mein
Handeln als Pastor, Lobpreisleiter oder Gemeindeleiter nicht gut sind,
dann kann ich das korrigieren.
Und möglicherweise merke ich das daran, dass sich Gott mir in den Weg stellt.
Dass also Dinge, die ich tun wollte, einfach nicht funktionieren wollen oder
dass ich generell das Gefühl habe, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Das kann ein Moment sein, in dem ich mich wie Biliam und auch die Eselin auf
die Knie begebe und nach Gottes Realität suche und mein Handeln verändere.
Es bedeutet nicht, dass ich deshalb meine Situation verlassen muss,
es bedeutet nur, dass ich in dieser Situation anders agieren sollte.
Nachdem Biliam jetzt aber weiterzieht, geht ihm Balak entgegen und er wirkt
so gar nicht begeistert.
4. Mose 22 und dort die Verse 36 bis 38.
Als Balak hörte, dass Biliam kam, zog er aus, ihm entgegen, nach Ar in Moab,
das am Arnon liegt, an der äußersten Grenze, und sprach zu ihm,
Hab ich nicht zu dir gesandt und dich rufen lassen?
Warum bist du denn nicht zu mir gekommen? Meinst du, ich könnte dich nicht ehren?
Biliam antwortete ihm, Siehe, ich bin zu dir gekommen, aber wie kann ich etwas
anderes reden, als was mir Gott in den Mund gibt? Nur das kann ich reden.
Biliam wird von Balak direkt konfrontiert mit Vorwürfen. Er sagt ihm,
warum bist du nicht schneller gekommen? Es ist doch dringend.
Außerdem habe ich dir doch eine ganze Menge versprochen.
Ich kann Balak ein Stück weit verstehen. Für ihn drängte die Zeit.
Israel stand vor den eigenen Toren und gefühlt ließ sich Biliam eine ganze Menge Zeit.
Da Balak aber nicht um Biliams Zwiesprache mit Gott und auch seine Erlebnisse
mit dem Engel des Herrn weiß, kam ihm das Ganze natürlich extrem frech vor.
Als hätte das Projekt für Biliam überhaupt keine Priorität.
Hier zeigt sich ein ganz wichtiger Unterschied zwischen den Göttern der Moabiter
und auch dem Gott Israels.
Die Götter der anderen Völker waren Götter, die im Grunde eigentlich nichts
anderes als Steinfiguren und Gedankenbilder waren.
Beziehungsweise teilweise werden diese Götter in der Bibel auch mit dem Begriff
der Dämonen in Verbindung gebracht, also mit übernatürlichen,
gegen Gott gerichteten Mächten.
Die Steinfiguren konnten meist leicht beeinflusst werden, denn sie folgten in
der Regel dem Willen des Menschen.
Sie waren eigentlich eine Reproduktion des Willens des Menschen.
Sie hatten nicht wirklich einen eigenen Willen. Man brachte einfach ein paar
Opfer da und schon folgten sie, so war zumindest die Überzeugung der Völker.
Biliam drückte jedoch in Bezug auf den Gott, mit dem er einen Bund hatte, etwas anderes aus.
Dieser Gott hatte einen eigenen Willen. Er war nicht bestechlich,
er konnte nicht einfach beeinflusst werden und, das sagte er Balak aber nicht,
war der Gott der Israeliten, der niemals zulassen würde, dass sein eigenes Volk verflucht wird.
Er macht ihm aber am Anfang direkt deutlich, egal was du mir für meinen Auftrag
gibst, ich kann nichts anderes sagen, als was Gott mir auf die Zunge legt.
Und das ist bei einem Volk, das mit dem gleichen Gott verbunden ist,
wie Biliam wahrscheinlich nicht das, was sich Balak vorgestellt hat.
Gott ist ein lebendiger Gott mit einem eigenen Willen. der mit uns in Beziehung leben will.
Er ist dabei nicht kontrollierbar, nicht steuerbar.
Und das unterscheidet sich radikal von dem, was in anderen Völkern als Götter damals üblich war.
Dort konnten, so war zumindest die Vorstellung, bestimmte Riten und Opfer den
Gott dazu führen, dass er eben die gute Ernte schickt oder dass er eben einen Krieg gewinnen lässt.
Balak wird erleben, vielleicht war es doch keine so gute Idee, Biliam zu rufen.
Doch Biliam versucht es offenbar selbst, wie bei den heidnischen Göttern,
Gott noch davon zu überzeugen, dass das Volk Israel doch noch verflucht werden konnte.
Wir lesen 4. Mose Kapitel 22 und dort den Vers 39 bis zum Kapitel 23 und dort den Vers 5.
So zog Biliam mit Balak, und sie kamen nach Kiryat-Huzot.
Und Balak opferte Rinder und
Schafe und sandte davon an Biliam und an die Fürsten, die bei ihm waren.
Und am Morgen nahm Balak den Biliam und führte ihn hinauf nach Barmoth-Bal,
dass er von dort das ganze Volk überblicken konnte.
Und Biliam sprach zu Balak, Bau mir hier sieben Altäre und schaffe mir her sieben
junge Stiere und sieben Widder.
Balak tat, wie ihm Biliam sagte, und beide, Balak und Biliam,
opferten auf jedem Altar einen jungen Stier und einen Widder.
Und Biliam sprach zu Balak, Tritt zu deinem Brandopfer. Ich will hingehen,
ob mir vielleicht der Herr begegnet, dass ich dir sage, was er mir zeigt.
Und er ging hin auf einen kahlen Hügel. Und Gott begegnete Biliam.
Er aber sprach zu ihm, sieben Altäre habe ich hergerichtet, und auf jedem Altar
einen jungen Stier und einen Widder geopfert.
Der Herr aber gab dem Biliam ein Wort in den Mund und sprach,
Geh zurück zu Balak und sprich so.
Balak und Biliam gingen nach Kiryat-Hutzot und dann weiter nach Bamod-Bal.
Zwischendurch opferte Balak und gab das Fleisch Biliam und den Fürsten.
Das war offenbar ein erster religiöser Akt, um die Götter zu beeinflussen,
dass sie sich doch gegen das Volk Israel stellen würden.
Doch dabei bleibt es nicht. Auf Anordnung von Biliam baut Balak sieben Altäre.
Und auch darauf werden Opfer dargebracht. Es wird von Brandopfern gesprochen,
also von Übergabeopfern.
Ich vermute, diese Opfer ließ Biliam darbringen, um Gott vielleicht doch noch
irgendwie zu beeinflussen.
Er hatte schließlich einen ganz klaren Auftrag, der mit Ruhm und Ehre verbunden
war. Er sollte das Volk Israel verfluchen.
Das wird dabei auch nochmal deutlich, als er mit Gott spricht.
Er sagt gewissermaßen, all diese Altäre habe ich für dich errichtet und Opfer
darauf dargebracht. Also gewissermaßen, schau mal Gott, was ich alles bereit bin, dir zu geben.
Jetzt gib mir doch bitte auch das, was ich will.
Doch er hatte eben eine ganz klare Anordnung von Gott.
Nur das, was Gott ihm gewissermaßen auf die Zunge legte, sollte er reden.
Nach den Opfern geht er also und sucht die Begegnung mit Gott.
Was Gott ihm weitergibt, wird an dieser Stelle noch nicht gesagt.
Es ist jedoch das, was Biliam später reden wird und nichts anderes.
Das heißt, er bleibt an dieser Stelle Gott treu, auch wenn er für Ruhm und Ehre
wahrscheinlich gern anders gehandelt hätte.
Ich denke, hier wird etwas ganz Wichtiges deutlich. Gott ist nicht bestechlich.
Nicht durch Opfer, nicht durch besondere Hingabe. Es gibt keine Art,
wie wir uns Gott gefügig machen können.
Gott handelt nach einem größeren Plan, der das Ziel hat, dass Menschen gerettet werden.
Unser Egoismus hat da wenig Platz. Platz ist vor allem für Demut und das,
womit Gott Liebe an den Menschen üben kann.
Gott ist, das habe ich vorhin schon beschrieben, ein Wesen mit einem eigenen
Willen, eigenen Gedanken zu einer Situation.
Und dementsprechend ist der Gedanke, man könnte ihn irgendwie bestechen oder
gefügig machen, vielleicht attraktiv, aber sehr realitätsfern.
Ich erlebe aber, dass manchmal auch in christlichen Kreisen so gedacht wird.
Da wird gesagt, wenn ein Problem nicht sofort gelöst wird, man zum Beispiel
von einer Krankheit nicht sofort gesund wird, Du hast nicht genug geglaubt oder
Du hast nicht genug gebetet.
Ja, Gott freut sich, wenn wir in Kontakt mit ihm treten. Und ja,
Vertrauen auf Gott ist wichtig.
Aber eine solche Aussage fügt Menschen in schwierigen Situationen noch eine
schwere Bürde hinzu, zu der, die sie ohnehin schon zu tragen haben.
Auf einmal sind sie nicht nur krank, sondern anscheinend auch nicht gläubig genug.
Gott handelt, und sein Handeln ist für uns Menschen nicht immer nachvollziehbar.
Gott ist aber eben auch nicht beherrschbar.
Statt Menschen in einer schwierigen Situation Vorwürfe wegen ihres Glaubens
oder ihrer Beziehung zu Gott zu machen, ist aus meiner Sicht vor allem eins wichtig.
Dass wir für die Menschen glauben, die vielleicht gerade nicht so stark glauben können.
Dass wir Menschen in Situationen, die schwer sind, zuhören und sie begleiten.
Dass wir die Gebete sprechen, die sie selbst gerade nicht sprechen können.
Das bedeutet aber auch nicht, dass es egal ist, ob wir beten oder nicht,
weil Gott eh macht, was er will.
Im Gegenteil, die Gebete helfen uns, die Nähe Gottes zu suchen,
seine Hilfe zu suchen, seine Wege zu erkennen, die er mit uns gehen möchte.
Und entsprechend ist es wichtig zu beten.
Und wir haben in der Bibel an manchen Stellen schon gesehen,
dass Gott durchaus seine Einstellung zu Situationen ändern kann.
Und zwar, als Menschen mit ihm reden. Balak hatte Biliam gerufen,
damit er das Volk für ihn verflucht. Doch Biliam tut etwas ganz anderes.
Wir lesen 4. Mose Kapitel 23 und dort die Verse 6 bis 12.
Und als er zu ihm kam, siehe, da stand er bei seinem Brandopfer samt allen Fürsten der Moabiter.
Da hob Biliam an mit seinem Spruch und sprach, Aus Aram hat mich Balak,
der König der Moabiter, holen lassen von dem Gebirge im Osten.
Komm, verfluche mir, Jakob! Komm, verwünsche Israel!
Wie soll ich verfluchen, dem Gott nicht flucht? Wie soll ich verwünschen,
den der Herr nicht verwünscht?
Denn von der Höhe der Felsen sehe ich ihn, und von den Hügeln schraue ich ihn.
Siehe, das Volk wird abgesondert wohnen und sich nicht zu den Völkern rechnen.
Wer kann zählen den Staub Jakobs, auch nur den vierten Teil Israels?
Meine Seele möge sterben den Tod der Gerechten, und mein Ende werde wie ihr Ende.
Da sprach Balak zu Biliam, was tust du mir an? Ich habe dich holen lassen,
um meinen Feinden zu fluchen und siehe, du segnest.
Er antwortete und sprach, muss ich nicht das halten und reden,
was mir der Herr in den Mund gibt.
Das hat Balak sicherlich nicht so erwartet. Er hatte einen Fluch für Israel
bestellt und am Ende ist es ein Segen geworden.
Warum Biliam Israel segnet, wird direkt am Anfang des Textes klar.
Er kann nicht das Volk verfluchen, das Gott gesegnet hat.
Und hier findet sich direkt wieder
ein Anklang an das, was Gott bereits gegenüber Abraham gesagt hatte.
Er sagte, ich will segnen, die dich segnen und die verfluchen, die dich verfluchen.
Das Versprechen Gottes gegenüber Abraham galt auch für sein Volk.
Es war ein von Gott gesegnetes Volk. Und wer jetzt wirklich mit Gott in Verbindung
stand, so wie wir es hier bei Biliam sehen, der kann nicht gegen Gottes Willen
einfach anders handeln.
Die Segensworte geschehen auch, weil er Israel in all seiner Größe und in seiner
Herrlichkeit sieht und auch den Gott dahinter.
Er beschreibt auch, was sie auszeichnet. Sie sind ein abgesondertes Volk,
ein Volk, das nicht nach den Mustern der bisherigen kanaanitischen,
amoritischen und moabitischen Völker handelt.
Sie verehrten nicht die gleichen Götter, lebten auch nicht nach den gleichen
moralischen Maßstäben und Lebensstilen, wie sie sich in den Völkern vorfanden.
Sie waren ein Volk, das Gott aus den Völkern erwählt hatte.
Und das brachte mit sich, dass sie ihr Leben eben anders gestalteten und unabhängig
von diesen Völkern lebten.
Am Ende werden noch zwei Aspekte im Segensspruch erwähnt.
Die Größe des Volkes Israel mit seiner unzählbaren Zahl an Menschen.
Sie werden mit Staubkörnern auf der Erde verglichen. Und sie sollten dabei sogar noch größer werden.
Und gleichzeitig stößt Biliam förmlich einen Seufzer aus, als er sich wünscht,
genauso wie dieses rechtschaffende, mit Gott lebende Volk in Frieden zu sterben.
Biliam wusste, dass er mit seinem Alleingang und seinem starken Wunsch nach
großer Ehre und Macht sich auf Abwege begeben hatte.
Und entsprechend kommt dieser Wunsch zum Ausdruck, doch auch mit Gott in Frieden leben zu können.
Die Reaktion von Balak fällt natürlich nicht gerade positiv aus.
Er stellt Biliam zur Rede. Er hatte ihn rufen lassen, um das Volk zu verfluchen, und er segnete es.
Biliam wiederholte aber genau die Worte, die er schon öfter im Text gesagt hatte.
Ich musste das Wort Gottes reden. Ich musste das sagen, was Gott mir auf die Zunge gelegt hat.
Dass Gott durch Menschen spricht, findet sich in der Bibel öfter.
Wir sehen im Neuen Testament beispielsweise, dass Jesus gegenüber den Christen
eine entsprechende Zusage macht.
Und zwar in Lukas 12, in den Versen 11 und 12.
Da heißt es, wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber
und die Obrigkeiten, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt.
Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Die Situation, die hier im Text beschrieben wird, ist eine andere als bei Biliam.
Und es ist auch eine, die zumindest in unserer Gesellschaft aktuell eher selten
ist, nämlich dass Menschen wegen
ihres Glaubens sich vor Machthabern und Obrigkeiten verantworten müssen.
Es gibt jedoch Länder, in denen Christen verfolgt werden und in denen das durchaus
an der Tagesordnung ist.
Gott verspricht hier, in solchen Situationen bin ich mit dem Heiligen Geist bei euch.
Ich gebe euch das mit, was ihr in diesen Situationen sagen sollt,
wie ihr euch verteidigen könnt.
Ich muss in diesem Zusammenhang an Martin Luther denken, der in Worms wegen
seines Glaubens zur Rede gestellt wurde.
Er sollte seine Schriften widerrufen, tat dies aber nicht.
Mit gut gewählten Worten und indem er sich auf sein Gewissen berief und darauf,
dass er erst mit der Heiligen Schrift, also mit der Bibel, widerlegt werden
müsste, ehe er die Aussagen in seinen Schriften zurücknimmt, verteidigte er sich.
Luther, so glaube ich, war in diesem Moment geleitet vom Heiligen Geist.
Aber auch heute gibt es Situationen, in denen wir uns für unseren Glauben rechtfertigen müssen.
Ob das in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Studium, in der Uni oder ganz normal im Alltag ist.
Christen werden nicht direkt verfolgt, sind jetzt aber auch nicht so extrem beliebt.
Ich bin mir sicher, auch in Situationen, denen wir zum Beispiel in der Schule,
im Studium oder am Arbeitsplatz etwas über unseren Glauben sagen sollen,
leitet uns Gott, hilft uns, die richtigen Worte zu finden.
Die Grundlage dafür, dass er das kann, ist das Wirken des Heiligen Geistes und
dass wir im Gebet mit ihm verbunden sind.
Ich möchte dir und mir deshalb Mut machen, dass wir in solchen Situationen diese
Gott konkret in seine Hand geben.
Dass wir ihn darum bitten, dass er uns die richtigen Worte schenkt.
Ich denke, er wird es machen und uns helfen, dass wir respekt- und liebevoll
zu unserem Glauben stehen und
vielleicht es sogar schaffen, den ein oder anderen für Jesus zu gewinnen.
Die Situation mit Biliam ist noch nicht vorbei. Er wird das Volk Israel noch
drei weitere Male segnen und wird auch etwas über andere Völker sagen.
Wie Balak darauf reagiert, das hört ihr in der nächsten Folge von Bible Now.
Bis zum nächsten Mal möchte ich euch Mut machen, wenn euch dieser Podcast gefällt,
dann abonniert ihn doch in eurer Lieblings-Podcast-App.
Ihr findet ihn zum Beispiel auf Spotify oder auch bei Apple Podcasts oder auch
auf anderen Podcastportalen.
Natürlich könnt ihr den Podcast auch gerne bewerten. Das geht zum Beispiel bei
Spotify oder auch bei Apple Podcasts.
Und wenn ihr Feedback habt, dann schreibt mir gerne eine E-Mail an kontakt at
biblenow.de oder über biblenow.de auf dem Kontaktformular.
Und wenn ihr möchtet, könnt ihr auch gerne den WhatsApp-Kanal abonnieren.
Ihr findet den Link dazu in den Shownotes auf biblenow.de.
Das war's von BibleNow für heute. Bis zum nächsten Mal wünsche ich euch Gottes
Segen. Viel Spaß beim Bibellesen. Wir hören uns das nächste Mal. Macht's gut. Ciao.
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