BibleNow #146: 4. Mose 21,10-22,20

Konfliktreiche Tage und große Siege

17.08.2026 33 min

Zusammenfassung & Show Notes

Das Volk Israel kommt bei seiner Reise durch die Wüste hin zum gelobten Land voran. Doch immer wieder warten Konflikte auf sie. Sie müssen etwa gegen die Könige Sihon und Og kämpfen. Dabei dürfen sie große Siege erleben. Der König der Moabiter hingegen probiert es nicht mit militärischen Mitteln. Stattdessen will er das Volk Israel verfluchen. Zu diesem Zweck nimmt er Kontakt mit Bileam auf. Wie Bileam auf die Anfrage Balaks, des Königs der Moabiter reagiert und welche Rolle Gott in diesem Geschehen spielt, erfahrt ihr in der neuen Folge BibleNow.

Transkript

BibleNow – Die Bibel und Du Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge von BibleNow. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, wenn wir gemeinsam eine halbe Stunde in der Bibel lesen. Wir sind gerade im vierten Buch Mose und in unserem heutigen Abschnitt, da legen die Israeliten mal eine längere Strecke auf dem Weg ins gelobte Land zurück. Dabei stoßen sie allerdings immer wieder auf Konflikte. Wie sie in diesen Konflikten mit Gott den Sieg erringen, das erfahrt ihr in der heutigen Folge. Außerdem werden wir Biliam kennenlernen, einem Mann, der den Auftrag erhält, Israel zu verfluchen. Wie er darauf reagiert und was ihn am Ende daran hindern soll, das erfahrt ihr in der aktuellen Folge von BibleNow. Das Volk Israel kam seinem Ziel, dem Land Kanaan, immer näher. Doch der Weg war beschwerlich. Immer wieder beschwerde sich das Volk, weil es nicht genügend zu essen oder zu trinken gab. Und hinzu kam, dass der Weg scheinbar kein Ende fand. Die 40 Jahre in der Wüste, die zogen sich. Sie bekamen deshalb immer mal wieder den Eindruck, dass Gott und Mose sie in der Wüste sterben lassen wollten und damit unter schlechten Motiven handelten. Neben den Beschwerden rund um die Umstände kam dazu, dass die Israeliten auch immer wieder militärischen Konflikten ausgesetzt waren. Die umliegenden Völker mochten es nicht, wenn Israel ihnen zu nahe kam. Sie fürchteten wahrscheinlich auch um das eigene Land und am Ende natürlich auch um das eigene Überleben. In unserem heutigen Abschnitt reist das Volk tatsächlich mal eine längere Zeit. Und einige finden tatsächlich auch bereits ein Stück neue Heimat. Im Abschnitt, den wir heute lesen, erfahren wir aber nicht nur etwas über das Volk Israel, sondern teilweise auch über die Völker, die sie besiegten. Bevor wir jedoch zu den militärischen Auseinandersetzungen kommen, dürfen wir erfahren, wie das Volk an einem Brunnen während der eigenen Reise zu trinken findet und dabei nicht vorher Mord und klagt. Wir lesen 4. Mose Kapitel 21 und dort die Verse 10 bis 20 und ich lese wie immer nach der Luther 2017 von der Deutschen Bibelgesellschaft. Und die Israeliten zogen weiter und lagerten sich in Obot. Und von Obot zogen sie weiter und lagerten sich in Ije-Abarim, in der Wüste östlich von Moab. Von da an zogen sie weiter und lagerten sich am Bach Seret. Von da an zogen sie weiter und lagerten sich in der Wüste südlich des Anon, der im Gebiet der Amoriter entspringt. Denn der Anon ist die Grenze Moabs zwischen Moab und den Amoritern. Daher heißt es in dem Buch von den Kriegen des Herrn, bei Waheb in Sufa und bei den Bächen am Arnon und bei dem Abhang der Bäche, der sich hinzieht zur Stadt Aar und sich lehnt an die Grenze Moabs. Und von da zogen sie nach Beer. Das ist der Brunnen, von dem der Herr zu Mose sagte, versammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben. Damals sang Israel dies Lied, Brunnen steige auf, singet von ihm. Einen Brunnen haben die Fürsten gegraben, die Edlen im Volk haben ihn gegraben mit dem Zepter, mit ihren Stäben. Und von Bär zogen sie nach Matana, und von Matana nach Nahaliel, und von Nahaliel nach Bamoth, und von Bamoth in das Tal, das im Feld von Moab liegt, bei dem Gipfel des Pisgah, der hinunterblickt auf das Jordantal. Uns werden im Text verschiedene Lagerstädte und Orte genannt, zu denen sie hinzogen. Offenbar ist dort nichts Besonderes passiert, sodass der Bericht im Text schnell weitergeht. Von manchen der Orte lässt sich etwas berichten, von anderen eher nicht. Der Bach Sereth zum Beispiel, von dem hier geschrieben ist, der war offenbar in der Grenzregion zwischen Edom und Moab. Und das waren die Nachbarländer im Osten von Kanaan. Im Vers 13 wird außerdem das Nordufer von Arnon erwähnt. Das war ein Fluss, der durch die Wüste floss und am Ostufer mit dem Roten Meer verbunden war. Die Amoriter, die uns im Text begegnen, die sind uns schon öfter mal begegnet. Unter anderem wurden sie im ersten Buch Mose erwähnt, als Gott gegenüber Abraham sagt, dass das Volk Israel zunächst einmal einige hundert Jahre in Ägypten leben wird, da die Schuld der Amoriter noch nicht sein volles Ausmaß erreicht hat. Das Volk lebt jetzt östlich vom Jordan, einem Gebiet, das Israel noch vor dem eigentlichen Einzug ins Land Kanaan im Buch Joshua erobern würde und wo ein Teil des Volkes Israel auch seine neue Heimat findet. In der Grenzregion zwischen Moab und Edom, da scheinen die Israeliten eine Weile geblieben zu sein, bevor sie sich wieder auf den Weg machten. Interessant ist, dass hier ein Buch erwähnt wird, das wir so in der Bibel nicht finden, aber das offensichtlich zu den israelitischen Schriften gehört haben muss, nämlich das Buch der Kriege Israels. Worum es sich genau dabei handelt, das lässt sich aus heutiger Sicht leider nur schwer sagen. Aber aus diesem Buch wird zitiert. Es wird daraus eine genauere Beschreibung des Ortes genommen, an dem Israel sich zu dem Zeitpunkt befand. Übrigens, dass wir Quellen außerhalb der Bibel in der Bibel finden, das ist nichts Besonderes. Das finden wir auch an anderen Stellen, etwa in den Königen- und Chronikbüchern oder auch in den Sprüchen. Das bedeutet, die Autoren empfanden offenbar das, was sie in den Quellen vorfanden, als so wertvoll, dass sie es in die Schriften der Bibel integrierten. Und hier schien besonders die Ortsbeschreibung so gut formuliert zu sein, dass sie direkt in den biblischen Text einfloss. Und wir entdecken in den Versen 17 und 18, dass das Volk offenbar gelernt hatte, ein Stück weit auf Gottes Versorgung zu vertrauen. Ohne Murren und Klagen ziehen sie von Ort zu Ort und werden dann in Bär von Gott mit Wasser versorgt. Das scheint die Israeliten so sehr zu begeistern, dass sie ein Lied anstimmen. Es wird dabei beschrieben, wie die Leiter des Volkes in die Wasserversorgung involviert waren. Sie haben offenbar selbst Hand angelegt und einen Brunnen gegraben, der das Volk versorgte. Sie taten dies wahrscheinlich auf Gottes Geheiß hin. Mich begeistert es, dass Israel es hier geschafft hat, auf Gott zu vertrauen und dann auch noch die Versorgung Gottes wahrnimmt. Ich muss dabei auch unweigerlich an mich selbst denken. Wie oft nehme ich Dinge, die Gott mir schenkt, als selbstverständlich an. Und nur wenn was nicht klappt, klage ich und komme zu Gott. Die Israeliten sangen hier ein Lied. Sie sahen, dass Gott ihnen geholfen hatte und dass er sie versorgt hatte. Und auch wenn das Wasser natürlich etwas irgendwie Alltägliches war, so war es in der Wüste nicht immer und überall verfügbar. Für mich heißt das, ich möchte Gott auch in meinen Alltag mit einbeziehen. Ich möchte Gott auch meinen Alltag und das Alltägliche meines Lebens anvertrauen, ihm dafür danken und es auch bewusster wahrnehmen. Im Anstoß an den Brunnen werden noch weitere Orte im Text genannt, an die Israel zieht. Zum Beispiel Nahaliel und Bamod-Bal sowie ein Gebiet beim Gipfel Pisgah. Es sollte allerdings nicht lang dauern, bevor Israel dem nächsten Konflikt ausgesetzt war. Davon lesen wir zum Beispiel in 4. Mose Kapitel 21 und dort in den Versen 21 bis 32. Da heißt es, und Israel sandte Boten zu Sihon, dem König der Amoriter, und ließ ihm sagen, lass mich durch dein Land ziehen. Wir wollen nicht abbiegen in die Äcker, noch in die Weingärten, wollen auch vom Brunnenwasser nicht trinken. Die Königsstraße wollen wir ziehen, bis wir durch dein Gebiet hindurchgekommen sind. Aber Sihon gestattete den Israeliten nicht den Zug durch sein Gebiet, sondern sammelte sein ganzes Kriegsvolk und zog aus Israel entgegen in die Wüste. Und als er nach Jahaz kam, kämpfte er gegen Israel. Israel aber schlug ihn mit der Schärfe des Schwerts und nahm sein Land ein, vom Arnon bis an den Jabok und bis zu den Ammonitern. Das Gebiet der Ammoniter aber reichte bis Jasa. So nahm Israel alle diese Städte ein und wohnte in allen Städten der Amoriter, in Heschbon und in all seinen Orten. Denn Heschbon war die Stadt Sihons, des Königs der Amoriter. Er hatte mit dem früheren König der Moabiter gekämpft und ihm all sein Land bis zum Arnon weggenommen. Daher sagen die Spruchdichter, komm nach Heshbon, dass man die Stadt Sihons baue und aufrichte. Ja, Feuer ist aus Heshbon gefahren, eine Flamme von der Stadt Sihons. Die hat gefressen Ar in Moab und verzehrt die Höhen am Arnon. Weh dir, Moab, du folgtes Kemosch, bist verloren. Man hat seine Söhne in die Flucht geschlagen und seine Töchter gefangen, geführt zu Sihon, dem König der Amoriter. Seine Herrlichkeit ist zunichte geworden von Heschbon bis nach Dihon. Sie ist zerstört bis nach Novach, bis nach Medeba. So wohnte Israel im Lande der Amorita. Der Text liest sich so ähnlich wie die Anfrage Israels an die Edomiter, durch das Land ziehen zu dürfen. Dieses Mal ist die Anfrage aber an Sihon, einen König der Amoriter, gerichtet. Und auch hier verspricht Mose, wir werden nichts antasten, wir wollen nur auf der Königsstraße durch das Land ziehen. Im Gegensatz zu Edom gestattet Sihon aber keine Nachverhandlungen oder keinen zweiten Versuch. Ganz im Gegenteil. Er sammelt sofort das Kriegsvolk zusammen und zieht gegen Israel in den Kampf. Und dieser Kampf fand anscheinend in Jahaz statt. Was an dem Text interessant ist, wir lesen hier nichts davon, dass Gott die Amoriter irgendwie in die Hände des Volkes gegeben hätte oder aber, dass er irgendwie für Israel gekämpft hätte. Es steht nur da, dass Israel den Sieg über die Amoriter erringen konnte. Mit dem Sieg über Sihon nahmen die Israeliten gleich eine ganze Reihe von Städten ein. Heschbon und die umliegenden Orte gehören damit ab sofort dem Volk Israel und die ersten Israeliten wohnten auch gleich dort. Das bedeutete nicht, dass sie nicht später sich auch an der Eroberung des Landes Kanaan beteiligten, denn wir werden später im Buch Joshua lesen, dass sie durchaus auch mit über den Jordan zogen und dort mit dem Heer Israels mitkämpfen. Ein Teil Israels hatte aber mit der Eroberung der Gebiete der Amoriter und auch einiger weiterer Gebiete bereits ein Stück neue Heimat für sich gefunden. Interessant ist, dass auch in diesem Text wieder aus einer außerbiblischen Quelle zitiert wird. Es gab offensichtlich Spruchdichter, die die Geschichte Sihons aufgeschrieben hatten. Und liest man diese Geschichte genau, erkennt man, dass zu der Zeit der Eroberung die amoritischen Gebiete eigentlich den Moabitern gehörten. Sihon hatte es erobert und dabei auch Heschborn in Brand gesetzt. Und dabei wurden auch gleich mehrere Städte zerstört. Israel schaffte es aber offenbar, Sihon zu besiegen und das Gebiet zu erobern, ohne dass große Hand an die Städte gelegt werden musste. Es ging also scheinbar mit deutlich weniger Brutalität vor. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass der Kampf in der Wüste stattfand und nicht in einer der Städte. Und das ist auch übrigens ein ganz wichtiger Sachverhalt, wenn wir über die Kämpfe rund um die Israeliten und die Eroberung Kanaans reden. Der Fokus liegt darin, das böse Handeln der Völker zu beenden, dafür also zu sorgen, dass sie nicht länger schalten und walten konnten, wie sie das wollten. Dass Sihon offenbar mit seinem Volk sehr gewaltbereit war, das zeigte sich darin, dass er nicht einmal das Gespräch mit Mose wegen seiner Anfrage suchte, sondern dass er gleich seine Armeen zusammenzog und dass er gegen Israel kämpfte. Und das sollte nicht der einzige Kampf sein, den Israel zu kämpfen hatte. In 4. Mose 21, Vers 32 bis 35 lesen wir gleich vom nächsten Kampf. Da heißt es, und Mose sandte Kundschaft aus nach Jasa, und sie eroberten es mit seinen Ortschaften und vertrieben die Amoriter, die darin waren, und wandten sich und zogen hinauf den Weg nach Bashan. Da zog ihnen entgegen Ok, der König von Bashan, mit seinem ganzen Kriegsvolk, um bei E3 zu kämpfen. Und der Herr sprach zu Mose, fürchte dich nicht vor ihm, denn ich habe ihn in deine Hand gegeben mit Land und Leuten, und du sollst mit ihm tun, wie du mit Sihon, dem König der Amoriter, getan hast, der in Heschborn wohnte. Und sie schlugen ihn und seine Söhne und sein ganzes Kriegsvolk, bis keiner mehr übrig blieb und nahmen das Land ein. Interessant an der Eroberung der weiteren Gebiete der Amoriter ist, dieses Mal sandte Mose Kundschafter aus. Sie gingen hin und erforschten die verschiedenen Orte der Amoriter. Sie leisteten damit in gewisser Hinsicht Vorarbeit, damit der Angriff gegen ein in einem Ort lebenden Volk gelang. Welche Ortschaften genau erobert wurden, erwähnt der Text allerdings nicht. Er erwähnt aber, dass offensichtlich Og, der König der Stadt Bashan, von den Ausspehaktionen etwas mitbekommen hatte und seine Antwort direkt darauf war, dass er seine Truppen sammelte und gegen Israel kämpfte. Im Gegensatz zu den vorherigen Schlachten lesen wir an dieser Stelle allerdings, dass Gott zu Mose redete. Und das war offensichtlich nötig. Wahrscheinlich war Og ein sehr mächtiger König mit einem großen Kriegsherr und da konnte einem leicht das Herz in die Hose rutschen. Gott gibt Mose die Botschaft mit, dass er sich nicht vor Og fürchten muss. Gott würde ihn, sein Land und seine Leute in Moses Hand geben. Er würde genauso einen Sieg erringen, wie er das gegen Sion geschafft hatte. Tatsächlich gelang dieser Sieg. Sie eroberten das Gebiet und ließen nichts und niemanden von Ock und seinem Volk übrig. Über die Motive, warum Gott solche Kriege durchführen ließ, hatte ich in Bible Now schon öfter gesprochen. Und ich möchte deshalb den Fokus auf etwas anderes legen. Gott bereitet sein Volk mit einer Botschaft auf die vor ihnen liegenden Herausforderungen vor. Das war bei Ock und seinem Kriegsvolk anscheinend notwendig. Er gibt ihm die Botschaft mit, fürchte dich nicht. und fürchte dich nicht, heißt, dass Mose keine Angst zu haben braucht vor den Herausforderungen, die sich mit Ork und seinem Kriegsvolk ihm in den Weg stellten. Ich selbst führe natürlich keine Kriege und dennoch erlebe ich so manches in meinem Alltag als große Herausforderung. Manchmal sind es große Aufgaben, die auf mich warten, manchmal ist es, dass ich eine Situation nicht in der Hand habe und vieles von anderen Umständen abhängig ist und ich das Gefühl habe, die Kontrolle nicht zu haben. Eine große Herausforderung für mich war zum Beispiel während meines Studiums jeder Anfang des Semesters. Da bekamen wir nämlich die Leistungsnachweise, die wir zu erbringen hatten. Ich stellte damals eine To-Do-Liste zusammen und ich bemerkte dabei, wie viel Arbeit da auf mich wartete. Und das war wirklich aus meiner Sicht eine riesengroße Menge. Und nicht selten kam da für mich die Frage auf, wie ich das alles schaffen sollte. Es wirkte alles unüberwindbar groß. Ich habe in diesen Situationen auch öfters gebetet, wenn ich das Gefühl hatte, dass mir das alles zu viel wird. Gottes fürchte dich nicht heißt nicht, dass wir damit den schweren Situationen aus dem Weg gehen. Es bedeutet eher, Gott gibt uns die Kraft und hilft uns, uns diesen Situationen zu stellen. Und gleichzeitig hilft er uns durch diese Situation hindurch. Wir brauchen also keine Angst haben, weil wir ihn an unserer Seite wissen dürfen. Wir wissen dürfen, dass er den Weg mit uns geht und uns auch auf diesem Weg unterstützt. Er schenkt uns dabei auch bei vielen großen Herausforderungen, dass wir sie erfolgreich bewältigen können, dass wir scheinbar unüberwindbare Hürden überwinden können. Der Sieg über Ock zeigt, mit Gott an unserer Seite sind selbst große Herausforderungen kein Problem. Gott steht an unserer Seite, kämpft und sorgt für uns. Das heißt natürlich nicht, dass die Herausforderungen nicht trotzdem herausfordernd sind, aber sie sind mit Gott zu bewältigen. Interessant ist, dass es ganz unterschiedliche Typen von Königen und ganz unterschiedliche Arten und Weisen gab, auf das Volk Israel zu reagieren. Und wir werden jetzt eine neue Variante kennenlernen, denn während die bisherigen Amoriter-Könige sofort Israel mit einer Truppe entgegengingen, versucht es der Moabiter-König Balak anders. Wir lesen 4. Mose Kapitel 22 und dort die Verse 1 bis 6. Danach zogen die Israeliten weiter und lagerten sich in den Steppen Moabs gegenüber Jericho. Und Balak, der Sohn Zippor, sah alles, was Israel den Amoritern angetan hatte. Und die Moabiter fürchteten sich sehr vor dem Volk, weil es groß war. Und den Moabitern graute vor den Israeliten. Und sie sprachen zu den Ältesten der Midianiter, nun wird dieser Haufe auffressen, was um uns herum ist, wie ein Rind das Gras auf dem Felde abfrisst. Balak aber, der Sohn Zippors, war zu der Zeit König der Moabiter. Und er sandte Boten aus zu Biliam, den Sohn Beos, nach Petor, das am Euphrat liegt, ins Land der Kinder seines Volkes, um ihn herbeizurufen, und ließ ihm sagen, siehe, es ist ein Volk aus Ägypten gezogen, das bedeckt das ganze Land und lagert mir gegenüber. So komm nun und verfluche mir das Volk, denn es ist mir zu mächtig. Vielleicht kann ich's dann schlagen und aus dem Lande vertreiben, denn ich weiß, wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht. Balak war der König über die Moabiter. Und das war auch ein Volk, das im Gebiet lebte, das potenziell unter die Herrschaft Israels fallen sollte. Er hatte beobachtet, was das Volk Israel mit den Amoritern getan hatte, wie sie einen militärischen Sieg nach dem anderen feierten. Und gleichzeitig sah er, wie groß dieses Volk war. Und er und sein Volk fürchteten sich. Sie glaubten, dass das Volk Israel ihr Ende sein könnte. Er wollte den Israeliten allerdings nicht im Kampf militärisch entgegentreten. Er sah für sich keine Chance, dass er diesen Kampf in irgendeiner Weise gewinnen könnte. Und er greift deshalb zu einer anderen Möglichkeit. Er will auf übernatürlichem Weg Israel verfluchen lassen. Das heißt, er möchte durch Verwünschungen einen Fluch über Israel bringen. Die Person, die Balak dafür in Betracht zieht, ist Biliam. Wir werden im Laufe der folgenden Verse bemerken, Biliam hatte offenbar eine Art Beziehung zu dem Gott, den auch Israel verehrte. Balak schickte jetzt eine Abordnung zu Biliam hin und ließ ihm sagen, dass er das Volk, das aus Ägypten ausgezogen war und jetzt den Amoriterstädten zahlreiche Könige und Völker zu Fall gebracht hat, dass er dieses Volk verfluchen soll. Er erhoffte sich dabei offenbar, dass er seine eigene Macht sichern konnte. Interessant finde ich im Vers 6, dass Balak als Argumentation gegenüber Biliam sagt, dass wer durch ihn gesegnet wird, gesegnet ist und wer verflucht wird, der ist verflucht. Das erinnert mich ein Stück an das, was Gott gegenüber Abram bei seiner Berufung gesagt hat. Wer Abram segnet, der soll auch gesegnet sein und wer Abram verflucht, der soll ebenfalls verflucht werden. Biliam würde sich hier mit einem Gott anlegen, der in besonderer Weise mit Abraham und seinen Nachkommen war, sich mit ihnen identifizierte, der sich als ihr Gott bezeichnete. Interessant ist aber, Biliam fragt zunächst Gott um seine Meinung. Davon lesen wir in 4. Mose 22 in den Versen 7 bis 14. Und die Ältesten der Moabiter gingen hin mit den Ältesten der Midianiter und hatten Lose zum Wahrsagen in ihren Händen und kamen zu Biliam und sagten ihm die Worte Balaks. Und er sprach zu ihnen, bleibt hier über Nacht, so will ich euch antworten, wie mir's der Herr sagen wird. Da blieben die Fürsten der Moabiter bei Biliam. Und Gott kam zu Biliam und sprach, wer sind die Leute, die bei dir sind? Biliam sprach zu Gott, Balak, der Sohn Zippors, der König der Mohammiter, hat zu mir gesandt. Siehe, ein Volk ist aus Ägypten gezogen und bedeckt das ganze Land. So komm nun und verfluche es, vielleicht kann ich dann mit ihm kämpfen und es vertreiben. Gott aber sprach zu Biliam, geh nicht mit ihnen. Verfluche das Volk auch nicht, denn es ist gesegnet. Da stand Biliam am Morgen auf und sprach zu den Fürsten Balaks, geht hin in euer Land, denn der Herr will's nicht gestatten, dass ich mit euch ziehe. Und die Fürsten der Moabiter machten sich auf, kamen zu Balak und sprachen, Biliam weigert sich, mit uns zu ziehen. Was zunächst auffällt, offenbar stellen die Moabiter die Anfrage nicht allein an Biliam, sondern sie tun es mit den Midianitern zusammen. Ihnen scheint die Idee auch zu gefallen, statt militärisch gegen Israel vorzugehen, sie lieber mit einem Fluch zu belegen. Sie haben dabei Lose zum Wahrsagen mit dabei, die sie wahrscheinlich Biliam als Belohnung für seinen Dienst schenken wollten. Es handelt es sich dabei um unterschiedlich markierte Steine. Diese wurden in einem Behältnis geschüttelt und dann auf eine ebene Fläche geworfen. Und auf diese Weise sollte die Zukunft vorhergesagt werden. Biliam will über die Bitte, das Volk Israel zu verfluchen, wortwörtlich eine Nacht schlafen. In der Nacht nimmt dann allerdings Gott Kontakt mit ihm auf. Er stellt ihm die Frage, wer diese Leute sind, die da bei ihm sind. Und Biliam gibt ihm daraufhin wieder, wer die Leute sind und was sie wollen. Für Gott ist die Antwort, die Biliam geben soll, keine Frage. Er soll weder mit den Leuten mitgehen, noch das Volk Israel verfluchen. Denn schließlich ist das Volk Israel ein gesegnetes Volk, ja, ist das Volk, mit dem er sich identifizierte. Gott beschützt sein Volk also auch davor, dass sie auf übernatürliche Weise vom Ziel abgehalten werden, zum Beispiel eben durch einen Fluch. In dieser konkreten Situation appelliert er dabei an Biliam und hofft auf diese Weise, dass er einlenkt. Und tatsächlich, Biliam handelt genau so, wie es sich Gott von ihm gewünscht hat. Er zieht nicht mit, sondern er bleibt an Ort und Stelle und er verflucht das Volk auch nicht. Doch bei dieser Position wird er nicht lange bleiben. Wir lesen 4. Mose Kapitel 22 und dort die Verse 15 bis 20. Da sandte Biliam noch mehr und noch mächtigere Fürsten als jene waren. Als sie zu Biliam kamen, sprachen sie zu ihm, So lässt dir sagen Balag der Sohn Zippors. Wehre dich doch nicht dagegen, zu mir zu ziehen. Denn ich will dich hoch ehren und was du mir sagst, das will ich tun. Komm doch und verflure mir dies Volk. Biliam antwortete und sprach zu den Knechten Balax, Wenn mir Balax sein Haus voll Silber und Gold gebe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des Herrn meines Gottes, weder im Großen noch im Kleinen. So bleibt auch ihr nun hier diese Nacht, dass ich erfahre, was der Herr weiter mit mir reden wird. Da kam Gott in der Nacht zu Biliam und sprach zu ihm, Sind die Männer gekommen, dich zu rufen? So mach dich auf und zieh mit ihnen, doch nur, was ich dir sagen werde, sollst du tun. Die Anfrage, die an Biliam gestellt wird, ist exakt die gleiche, wie er sie schon vorher erhalten hatte. Nur geschieht sie ein Stück vehementer und mit mehr Anreizen für Biliam. Es sind nicht mehr nur ein paar Wahrsagewürfel, die er erhalten soll. Stattdessen wird ihm hohe Ehre versprochen, wenn er dem Willen des Königs Balak nachkommt. Interessant ist, dass Biliam betont, dass er im Großen wie im Kleinen auf Gottes Wort hören möchte. Egal wie viel ihm dafür geboten wird, das Volk Israel zu verfluchen. Er will also auf das hören, was Gott zu ihm sagt. Jetzt kommt aber ein dickes Aber ins Spiel. Denn eigentlich kannte er den Willen Gottes schon. Er wusste, dass er Israel besonders gesegnet hatte und dennoch entschließt sich Biliam, Ich will eine Nacht drüber schlafen und direkt am nächsten Morgen den zu ihm Gereisten mitteilen, ob er mitkommt oder nicht. Es wirkt im Text etwas verwunderlich, dass Gott jetzt auf einmal sagt, dass Biliam mit ihnen mitgehen soll. Die Zusage ist allerdings mit einer Einschränkung verbunden. Er soll nur das tun, was Gott ihm sagt. Ich persönlich glaube, dass hinter dieser spontanen Zusage ein ohnehin schon vorher gefasster Wille von Biliam dahinter steckt. Wenn ich mir den Text so durchlese, dann komme ich zu dem Schluss, allein die Tatsache, dass Biliam die Gesandten von König Balak bei sich übernachten ließ, deutet bereits an, Biliam hatte für sich eigentlich schon eine Entscheidung getroffen. Er wollte mit ihnen mitgehen. Und auf diesen innerlich gefassten Entschluss ging Gott nun ein. Er ließ Biliam gehen. Und hier finden wir einen ganz wichtigen Grundsatz wieder, den Gott gegenüber uns Menschen einhält. Er respektiert unseren freien Willen. Das heißt, wir dürfen uns sowohl zum Guten als auch zum Schlechten entscheiden. Wir dürfen unsere Gaben und Fähigkeiten einsetzen, um Menschen zu helfen, um uns für das Gute einzusetzen, dürfen aber ebenso unsere Gaben und Fähigkeiten dafür einsetzen, anderen Menschen zu schaden. Nur müssen wir am Ende mit den Konsequenzen leben, mit den Folgen und auch damit leben, dass Gott unser Tun unter Umständen missbilligt, ja vielleicht sogar verurteilt. Biliam entschied sich hier, dass er gegen den Willen Gottes mitgehen wollte und Gott ließ ihn. Er erlaubte ihm die Entscheidung, die er für sich ohnehin schon gefasst hatte, in die Tat umzusetzen. Ruhm und Ehre waren für Biliam anscheinend wichtiger, als Gott immer und überall treu zu sein. Auch wenn er nicht für Geld ging, er ging für eine hohe Ehre und dafür, dass Balak nach seinem Willen handeln sollte. Und hier steht eine wichtige Frage im Raum. Ist für mich ein jetziger, sofortiger Vorteil so entscheidend, dass ich dafür bereit bin, gegen Gott und seinen Willen zu handeln? Und das ist eine Frage der Prioritäten. Zählt für mich Gottes Wille oder die eigene Ehre? Zählt für mich ein vorübergehender Reichtum oder dass mich Gott mit seinem Reichtum, nämlich dem Reichtum des ewigen Lebens, beschenkt? Jesus fordert uns dazu auf, dass wir uns lieber auf den Reichtum des ewigen Lebens und den himmlischen Reichtum konzentrieren sollen, statt auf vorübergehende Ehre und vorübergehenden Reichtum. Das sagt er in Matthäus Kapitel 6 in den Versen 19 bis 21. Da sagt Jesus, ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Jesus sagt hier, die Prioritäten meines Lebens zeigen, worauf mein Herz ausgerichtet ist. Ist es auf Gott ausgerichtet, wird mein Fokus nicht darauf liegen, vorübergehenden Reichtum und Ruhm und Ehre anzuhäufen. Stattdessen werde ich mich nach Gott, nach seinem Willen und den Prioritäten, die er für mein Leben sieht, ausrichten. Reichtum und Ehre sind schon deswegen vorübergehend, weil sie von sehr vielen Faktoren abhängig sind. Reichtum hängt beispielsweise davon ab, ob etwas dauerhaft seinen Wert behält oder ob es mit der Zeit immer mehr entwertet wird. Und auch Ruhm kann von heute auf morgen vorbei sein. Das erleben Promis und auch Influencer jeden Tag aufs Neue. Das bedeutet nicht, dass es schlecht ist, reich oder berühmt zu sein. Es bedeutet aber, dass das Dinge sind, die vorübergehen. Es ist beschränkt auf einen bestimmten Zeitraum, maximal auf den Zeitraum des eigenen Lebens. Jesus schenkt bleibende Werte und er ruft uns auch dazu auf, selbst bleibende Werte zu schaffen. Er schenkt uns die Erlösung, er schenkt uns das ewige Leben, er schenkt uns, dass wir in ihm einen festen Begleiter haben, der uns in guten wie in schlechten Zeiten versorgt und segnet. Die Frage ist deshalb, wie setzt du deine Prioritäten in deinem Leben? Konzentrierst du dich darauf, möglichst berühmt und reich zu werden? Oder spielt es für dich eine wichtigere Rolle, auf bleibende Werte zu setzen? Auf einen Gott, der uns das ewige Leben schenkt und der uns in unserem Leben begleiten möchte und uns durch die Begleitung im jetzigen Leben wie auch mit der Perspektive des ewigen Lebens einen wahren, unzerstörbaren Reichtum schenkt. Ich persönlich habe mich für Jesus entschieden, weil ich weiß, er vergeht nicht, er bleibt. Und was er tut, tut er aus einem einzigen Motiv, weil er mich liebt. Willst du auch Jesus zum Fundament deines Lebens machen? Biliam geht mit den Boten Balax mit. Doch auf dem Weg bemerkt er, der Esel, auf dem er reitet, der will irgendwie nicht so, wie er will. Und schließlich fängt er auch an zu sprechen. Warum das alles geschieht, hört ihr in der nächsten Folge von BibleNow. Außerdem werden wir schauen, ob es Biliam gelingt, Israel zu verfluchen oder ob Gott sein Volk vor diesem bösen Tun schützt. Ich bedanke mich vielmals, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu BibleNow, die Bibel und du. 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