BibleNow #145: 4. Mose 20,14-21,9

Aaron stirbt, Israel hadert

10.08.2026 30 min

Zusammenfassung & Show Notes

Das Volk Israel befindet sich in wechselhaften Zeiten. Immer wieder warten Konflikte auf sie. Sie begegnen unter anderem alten Bekannten: Dem Brudervolk Edom, das ihnen aber ganz und gar nicht zuvorkommend begegnet. Doch auch abseits der Kämpfe durchleben sie eine schwere Zeit. Der Hohepriester Aaron stirbt. Doch das Volk darf auch große Siege feiern. Gegen den König von Arad gewinnen sie eine wichtige Schlacht. Doch sie vergessen dabei auch schnell wieder, wie Gott in dieser Schlacht für sie gekämpft und ihnen den Sieg geschenkt hat. Wie Gott darauf reagiert und was das mit Jesus Christus zu tun hat, erfahrt ihr in der neuen Folge BibleNow.

Transkript

Bible Now, die Bibel und du. Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge Bible Now. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, wenn wir gemeinsam eine halbe Stunde in der Bibel lesen. Wir sind gerade im vierten Buch Mose im Kapitel 20 und dort befindet sich das Volk Israel immer noch auf dem Weg ins gelobte Land. Sie müssen auf dem Weg dorthin durch das Land der Edomiter. Wie die Edomiter auf den Wunsch der Israeliten reagieren, friedlich durch das Land zu ziehen, das erfahrt ihr heute in der neuen Folge von Bible Now. Außerdem werden wir erleben, dass nach Miriam der Schwester von Mose auch noch Aaron stirbt, also der erste hohe Priester, den Israel hat. Wie Mose und das Volk darauf reagieren und wie Aaron in den Tod geht, das hört ihr heute in der neuen Folge von BibleNow. Musik. Der Weg Israels durch die Wüste ist eine wechselhafte Geschichte. Mal sind da die großen Siege und die Momente, in denen das Volk Gott ganz intensiv erlebt und er Wunder tut. Manchmal ist da aber auch die Frage, wo Gott ist, beziehungsweise auch, warum Gott scheinbar nicht rechtzeitig versorgt. Wir hatten das letzte Mal einen Abschnitt gelesen, wo das Volk jammert und klagt, weil kein Wasser vorhanden war. Gott wollte das Volk versorgen, schickte deshalb Mose und Aaron, damit sie zu einem Stein sprachen und aus dem Stein sollte dann Wasser kommen. Mose schlug jedoch an den Stein und schrieb die Versorgung mit Wasser nicht Gott, sondern sich selbst zu. Er machte sich damit selbst zu Gott vor dem Volk und auch Aaron spielte in diesem Geschehen eine unrühmliche Rolle. Denn er machte in dieser Geschichte ganz einfach mit. Und das hatte zur Folge, dass beide gesagt bekamen, dass sie nicht in das gelobte Land ziehen durften. Beide akzeptierten Gottes Urteil, führten das Volk aber dennoch ein ganzes Stück weiter. Die nächste herausfordernde Situation sollte dabei nicht lange auf sich warten lassen. Das Volk Israel wollte durch das Gebiet der Edomiter ziehen. Die Edomiter, das war ein Volk aus den Nachkommen von Esau, dem Bruder von Jakob. Und Jakob war derjenige, der mit seinen und Josefs Söhnen die Grundlage für die zwölf Stämme Israels gelegt hatte und aus denen heute eben das große Volk Israel bestand, was aus Ägypten ausgezogen war. Jakobs und Esaus Geschichte war geprägt durch Konflikte, aber auch durch Versöhnung. Bereits im Mutterleib haben sie offenbar miteinander darum gestritten, wer als erstes auf die Welt kommen sollte. Und einige Zeit später verkaufte Esau für ein Linsengericht sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Später erschlich sich Jakob dann mit Hilfe seiner Mutter Rebekah den Erstgeburtssegen und damit das Erbe. Esau wollte sich dafür an Jakob rächen, weshalb Jakob dann zu Labern einem nahen Verwandten floh. Einige Zeit später kam es dann schließlich allerdings zur Versöhnung zwischen beiden. Von dieser Versöhnung ist in der folgenden Geschichte wenig zu merken. Die Geschichte ist aber dennoch wichtig, weil sie eben erklärt, dass es Konflikte zwischen den Nachkommen Jakobs und Esaus später auch noch weiter gab. Es zeigt sich auch in dieser Begebenheit, dass die Beziehung zwischen den Nachkommen Jakobs und Esaus sehr angespannt war. Mose bittet hier, dass sie friedlich und ohne das Land zu plündern durch das Gebiet der Edomiter ziehen wollten. Die Edomiter allerdings, die sind von der Idee nicht wirklich begeistert. Wir lesen 4. Mose Kapitel 20 und dort die Verse 14 bis 21 und ich lese wie immer nach der Luther 2017 von der Deutschen Bibelgesellschaft. Und Mose sandte Botschaft aus Kadesh zu dem König der Edomiter. So lässt dir dein Bruder Israel sagen. Du kennst all die Mühsal, die uns betroffen hat, dass unsere Väter nach Ägypten hinabgezogen sind und wir lange Zeit in Ägypten gewohnt haben und dass die Ägypter uns und unsere Väter schlecht behandelt haben. Und wir schrien zu dem Herrn. Der hat unsere Stimme gehört und seinen Engel gesandt und uns aus Ägypten geführt. Und siehe, wir sind in Kaddisch, einer Stadt an deiner Grenze. Lass uns durch dein Land ziehen. Wir wollen nicht durch Äcker oder Weinberge gehen, auch nicht Wasser aus den Brunnen trinken. Die Königsstraße wollen wir ziehen, weder zur rechten noch zur linken Weichen, bis wir durch dein Gebiet hindurchgekommen sind. Edom aber sprach zu ihnen, du sollst nicht hindurchziehen, und ich werde dir mit dem Schwert entgegenziehen. Die Israeliten sprachen zu ihm, wir wollen auf der gebahnten Straße ziehen, und wenn wir von deinem Wasser trinken, wir und unser Vieh, so wollen wir es bezahlen. Wir wollen nichts als nur zu Fuß hindurchziehen. Er aber sprach, du sollst nicht hindurchziehen. Und die Edomiter zogen aus ihnen entgegen, mit mächtigem Heer und starker Hand. So weigerten sich die Edomiter, Israel zu gestatten, durch ihr Gebiet zu ziehen. Und Israel wich ihnen aus. Das Volk Israel befand sich in einer Wüstenregion auf der Sinai-Halbinsel. Und sie wollten durch das Gebiet der Edomiter hindurchziehen. Mose schickt deswegen eine Nachricht an den König der Edomiter. Und in der Formulierung fällt auf, er erinnert an die gemeinsame Herkunft des Volkes. Beide gehen auf Isaak zurück. Sie waren sozusagen Brüdervölker. Und gleichzeitig erinnert ihn Mose an das, was Israel in über 400 Jahren Leben in Ägypten erlebt hatte. nämlich Sklaverei, Ausbeutung und Willkür. Und wie Gott in das Geschehen eingegriffen hatte und sie befreit hatte. Aufgrund dieser Erlebnisse und dem Hinweis, dass Gott mit dem Volk war, bittet er nun, dass er durch das Gebiet der Edomiter hindurchziehen kann. Und er verspricht dabei auch, sie würden nichts antasten, sondern einfach nur hindurchziehen. Sie würden weder von den Früchten des Landes etwas nehmen, noch von dem Wasser etwas trinken, sie würden ihre Ressourcen komplett erhalten. Sie wollten halt nur durch das Gebiet hindurchziehen. Der König der Edomiter, der reagiert nicht wirklich positiv auf die Anfrage von Mose. Im Gegenteil. Er reagiert gleich, indem er mit Krieg droht. Sie sollten sein Herrschaftsgebiet nicht betreten. Und auch ein weiterer Versuch der Beschwichtigung hilft nicht. Selbst als Mose verspricht, dass sie für genutzte Ressourcen bezahlen, will der König von Edom nichts davon wissen, dass das Volk Israel durch ihr Gebiet zieht. Im Gegenteil, sie ziehen ihn direkt mit Militär entgegen. Er sucht den Krieg mit den Israeliten. Was auffällt, die Israeliten weichen aus. Und es wundert auch nicht, dass sie ausweichen, denn sie waren militärisch wahrscheinlich erheblich schlechter aufgestellt als die Edomiter. Sie hatten kaum Waffen, kaum Erfahrung mit Auseinandersetzungen, sie waren also schlichtweg nicht kampferprobt. Und zudem wäre auch noch die Frage gewesen, wie das Volk auf eine erneute Herausforderung reagiert hätte. Sie hatten doch gerade erst damit zu kämpfen gehabt, dass es nicht genug Wasser gab. Mose tut also das, was in dieser Situation am besten war, er weicht dem Konflikt aus. Er möchte, dass das Volk nicht noch weiter verunsichert wird. Und vielleicht erinnert ihr euch ja noch, als die Wolken- und Feuersäule im Bibeltext eingeführt worden war, also im zweiten Buch Mose, hatte Gott bereits das Volk einmal einem Konflikt aus dem Weg gehen lassen, nämlich, als sie dabei waren, durch das Gebiet der Philister zu ziehen. Er hatte sie bewusst einen längeren Weg geführt, damit sie eben nicht in einen direkten Konflikt mit einem militärisch starken Heer geraten musste. Und ähnlich handelt Mose nun auch hier. Er sucht lieber einen anderen Weg, statt mit Ansage sich in einen Konflikt hinein zu begeben. Es kann in mancher Situation sinnvoll sein, nicht die Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber zu suchen. Und gerade bei den Israeliten war es sinnvoll, weil die Wüstenwanderung sie bereits allgemein forderte und eine weitere Herausforderung bei ihnen vielleicht dazu geführt hätte, dass der Mut noch weiter sinkt. Was für mich bei der Herangehensweise von Mose aber auch noch wichtig ist, er versucht seinen Teil dazu beizutragen, dass es ein friedliches Miteinander gibt. Er geht nicht einfach durch das Gebiet der Edomiter hindurch, sondern er bittet darum, dass sie ihn durchziehen lassen, dass sie das Volk durchziehen lassen. Und er geht dabei sogar auf die Bedürfnisse des Gegenübers ein. Und als er nicht sie durchziehen lässt, wählt Mose einfach einen anderen Weg. Das zeigt mir etwas über die Art, wie ich mit möglichen Konflikten umgehen sollte. Ich möchte auch meinen Teil zu einem friedlichen Miteinander beitragen. Also höflich sein, Dinge nicht einfach einfordern, sondern bitten. Ich möchte auf mein Gegenüber eingehen und seinen Bedürfnissen entgegenkommen. Auf der anderen Seite möchte ich, wenn ich merke, dass ein friedliches Miteinander unter bestimmten Umständen nicht weiter möglich ist, bereit sein, auch Umwege zu gehen, dem Konflikt bewusst aus dem Weg gehen, um nicht den Frieden zu riskieren. Und das hat aus meiner Sicht nichts mit Feigheit zu tun, sondern es ist einfach wichtig, alles zu tun, damit ein friedliches Miteinander gelingt. Manchmal bedeutet das eben auch, einer Konfrontation bewusst aus dem Weg zu gehen. Nachdem die Situation jedoch gelöst war, wartete ein nächster Schlag auf das Volk Israel. Der hohe Priester Aaron stirbt. Davon lesen wir in 4. Mose Kapitel 20 in den Versen 22 bis 29. Und die Israeliten brachen auf von Kadesh und kamen mit der ganzen Gemeinde an den Berg Hor. Und der Herr redete mit Mose und Aaron am Berge Hor, an der Grenze des Landes der Edomiter, und sprach, Aaron soll versammelt werden zu seinen Vätern, denn er soll nicht in das Land kommen, das ich den Israeliten gegeben habe, weil ihr meinem Mund ungehorsam gewesen seid bei dem Haderwasser. Nimm aber Aaron und seinen Sohn Eliezer und führe sie auf den Berg Hor und zieh Aaron seine Kleider aus und zieh sie seinem Sohn Eliezer an. Und Aaron soll dort zu seinen Vätern versammelt werden und sterben. Da tat Mose, wie ihm der Herr geboten hatte, und sie stiegen auf den Berghor vor der ganzen Gemeinde. Und Mose zog Aaron seine Kleider aus und zog sie seinem Sohn Eleazar an. Und Aaron starb dort oben auf dem Berge. Mose aber und Eleazar stiegen herab vom Berge. Und als die ganze Gemeinde sah, dass Aaron tot war, beweinten sie ihn 30 Tage, das ganze Haus Israel. Was ich bemerkenswert an diesem Text finde, Aaron geht den Weg des Sterbens ganz bewusst. Er hätte sich ja auch gegen Gott sträuben oder demonstrieren können, doch das tut er nicht. Und das hat er bereits nicht getan, als es um das Urteil ging, dass Gott wegen der Selbsterhöhung gegen Aaron und Mose verhing. Beide akzeptierten, dass sie das gelobte Land nicht betreten würden, sondern dass sie vorher sterben. Aaron sollte auf dem Berg Hor sterben. Doch damit verbunden war natürlich auch, dass das Amt des Hohen Priesters an die nächste Generation weitergegeben werden musste. Und deswegen gingen neben Aaron auch noch Mose und Eleazar auf den Berg. Eleazar sollte der Nachfolger von Aaron werden. Auf dem Berg sollte Aaron deshalb die Kleider des Hohen Priesters ablegen, als ein Zeichen, dass er dieses Amt ablegte. Und Eleazar sollte die Kleider anlegen und damit ausdrücken, dass er nun dieses Amt weiterführen würde. Direkt im Anschluss an den Kleiderwechsel starb Aaron direkt auf dem Berghor und offensichtlich sah das auch das ganze Volk. Lediglich Eleazar und Mose kamen wieder lebend herunter. Im Text steht, Aaron wurde zu seinen Vätern versammelt und das zeigt die Verbindung der Generationen im Tod auf. Alle Menschen müssen irgendwann sterben und dieses Schicksal traf jetzt Aaron und er wurde auf diese Art und Weise verbunden mit seinen vorherigen Generationen. Das Volk nimmt sich Zeit zum Trauern. Ganze 30 Tage halten sie eine Art Volkstrauer ein, mit der sie gemeinsam um Aaron trauern. Er hatte als hoher Priester natürlich eine sehr wichtige Rolle gehabt. Er hatte eine Art Vermittlerrolle zwischen Gott und seinem Volk. Er sorgte dafür, dass die wichtigsten Dienste am Heiligtum durchgeführt werden konnten. Und weiterhin war er ein sehr wichtiger Beistand für Mose, sowohl in Ägypten beim Pharao als auch an verschiedenen Stellen der Wüstenwanderung. Und ich finde es bemerkenswert, dass sich das Volk Zeit nimmt zum Trauern. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das in unserer heutigen Zeit zu kurz kommt. Schnell hat uns der intensive, stressige Alltag wieder. Und dabei ist es besonders wichtig zu trauern. In Trauer zu leben bedeutet sich zu erinnern und gleichzeitig den Schmerz zu verarbeiten, den der Tod mit sich bringt. Und ich bemerke immer wieder, wenn ich als Pastor trauernde Menschen begleite, allgemein wird gesagt, der Tod gehört zum Leben. Und doch tut es weh, wenn er geschieht. Deswegen würde ich persönlich auch etwas anders diesen Spruch formulieren. Der Tod ist uns eigentlich eher fremd. Er ist uns zu fremd, als dass er wirklich zum Leben gehört. Und deswegen würde ich sagen, der Tod gehört nicht zum Leben. Deswegen versuchen wir als Menschen ihn auch so weit es geht wegzuschieben. Wir versuchen mit allen Mitteln den Alterungsprozess aufzuhalten. Wir versuchen, Begegnungen mit dem Tod aus dem Weg zu gehen. Aber gerade das ist wichtig, wenn wir Menschen beklagen. Es ist sehr wichtig, sich der Tatsache zu stellen, dass ein geliebter Mensch gestorben ist. Dass wir den Tod meiden, zeigt aber, die Menschen sind von Gott nicht zum Sterben, sondern zum Leben gemacht. Wir wünschen uns, ewig zu leben. Und ich bin dankbar, dass die Bibel diese Perspektive des ewigen Lebens kennt. Dass sie uns immer wieder aufzeigt, Gott wird uns die Auferstehung der Toten schenken. Und er wird uns damit ermöglichen, ein neues, besseres und ewiges Leben zu leben. In Johannes 11, in den Versen 25 bis 26, da sagt Jesus, Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, obgleich er stürbe. Und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Jesus macht hier deutlich, er ist das Leben. Und er ist auch die Grundlage des neuen Lebens, nämlich der Auferstehung. Im konkreten Kontext sagt er diese Sätze am Grab eines Freundes, der schon seit vier Tagen tot war und den er kurze Zeit später von den Toten wieder auferweckte. Das zeigt, er hat die Auferstehung in der Hand. Er hat das selbst mit seinem eigenen Leben vorgemacht. Er ist am Kreuz gestorben, wurde begraben und ist wieder auferstanden. Seine Auferstehung ist die Grundlage dafür, dass auch wir, die wir uns an Jesus hängen und an ihn glauben, unserer eigenen Auferstehung sicher sein können. Aaron wurde nicht konkret mit dieser Perspektive der Auferstehung begraben. Zumindest lesen wir davon nichts im Bibeltext. Und dennoch gilt auch für ihn, wie für alle Menschen, die in einem Bund mit Gott leben, es wird die Auferstehung geben. Und damit verbunden eines Tages ein neues, ein ewiges Leben. Ich hatte euch am Anfang der Folge erzählt, dass Israel einem Konflikt mit den Edomitern aus dem Weg gegangen ist. Leider konnten sie das aber nicht mit jedem Konflikt machen. Und deswegen lesen wir in 4. Mose Kapitel 21 in den Versen 1 bis 3 folgendes. Und als der König von Arad, der Kanaaniter, der im Südland wohnte, hörte, dass Israel herankam auf dem Wege von Atarim, zog er in den Kampf gegen Israel und führte etliche Gefangen. Da gelobte Israel dem Herrn ein Gelübde und sprach, wenn du dies Volk in meine Hand gibst, so will ich an ihren Städten den Bann vollstrecken. Und der Herr hörte auf die Stimme Israels und gab die Kanaaniter in ihre Hand. Und sie vollstreckten den Bann an ihnen und ihren Städten und man nannte die Gegend Horma. Das Volk Israel will wieder ein bestimmtes Gebiet durchziehen, bei dem sie in die Nähe eines kanaanitischen Volkes geraten. Und vielleicht erinnert ihr euch, die Kanaaniter waren diejenigen, die im Moment im gelobten Land lebten. Das Volk in Atarim lebte aber scheinbar ein Stück außerhalb des Landes in der Wüste. Ich hatte in diesem Zusammenhang mit den Kanaanitern bereits gesagt, dass das Volk Israel die Aufgabe hatte, ihr Land einzunehmen und dass der Grund für diese Einnahme und der Befehl Gottes, das Volk im Land zu vernichten, eng mit der Art zu tun hatte, wie die Kanaaniter ihr Leben führten. Das Leben war geprägt von grausamen Praktiken und Riten. Wir bekommen teilweise durch das Gesetz von Mose einen Eindruck davon, was bei den kanaanitischen Völkern los gewesen sein muss. Es wird zum Beispiel von Kinderopfern gesprochen, die an die verschiedenen Götter gemacht wurden, die in Kanaan angebetet wurden. Es gab auch andere willkürliche Gewalt, Sex mit Tieren, Zauberei und Wahrsagerei und vieles weitere. Wir werden im fünften Buch Mose davon nochmal so ein Stück so einen Eindruck gewinnen. Die kanaanitischen Völker scheinen davon auch nicht mehr abzubringen zu sein. Gott sprach davon, dass die Schuld der Völker in Kanaan das Maß zu dieser Zeit erreicht hatte. Das heißt, sie waren in ihrem Tun so festgefahren, dass niemand sie mehr zu einem besseren Handeln führen konnte. Im Text begegnen wir einem Volk, das sofort die Konfrontation sucht, das sofort gewaltbereit zur Stelle war und das Israel angreift. Und nicht nur angreift, sondern auch noch einen Teil des Volkes gefangen wegführt. Das Volk reagiert, indem sie gegenüber Gott einen Schwur aussprechen. Sie werden sich nicht nur gegen das Volk verteidigen, sondern werden am Volk gleich komplett den Bann vollstrecken. Damit ist so viel gemeint wie, dass sie das Volk komplett vernichten werden. Und dieser Schwur war offenbar auch so etwas wie ein Versprechen gegenüber Gott. Doch auch hier ist nicht das Volk Israel, das letztendlich den Sieg erringt, die eigentliche Macht, sondern Gott ist derjenige, der ihnen den Sieg schenkt. Und das wird durch die Formulierung deutlich, der Herr gab sie in ihre Hand. Und das wird auch die Eroberungen von Kana anprägen. Nicht sie sind diejenigen, die hauptsächlich kämpfen, sondern Gott ist es, der kämpft. Das Interessante an den Israeliten ist, dass sie solche Erfahrungen immer wieder schnell vergessen und dass sie immer wieder dazu neigen, sich mit Gottes Plänen nicht zufrieden zu geben. Der nächste Abschnitt im Text deutet das wieder an. Das Volk Israel verliert die Geduld, sie wollten endlich ins Land Kana anziehen. Und dabei kommen wieder alte Anklagen hoch, die sie in der Wüstenwanderung schon öfter geäußert hatten. Wir lesen 4. Mose Kapitel 21 und dort die Verse 4-7. Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Volk der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wieder Gott und wieder Mose. Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier und uns ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk, die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen, wir haben gesündigt, dass wir wieder den Herrn und wieder dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Wir lesen hier, dem Volk dauerten Gottes Pläne zu lang. Sie wollten schnell in das gelobte Land. Sie wurden ungeduldig und es scheint auch wieder Misstrauen durch ihre Anklagen hindurch. Will uns Gott hier etwa sterben lassen? Warum gibt es hier immer nur so ekliges Essen und warum ist der Weg so lang? Da spricht eine ganz große Unzufriedenheit aus dem Volk. Und zwar mit dem, was Gott ihnen so tat. Und dabei war Gott in seinem Tun immer transparent. Sie wussten, dass sie immer noch durch die Wüste liefen, hatte mit der vorherigen Generation zu tun. Und zwar deswegen, weil sie Gott die Eroberung Kanaans nicht zutrauten. Sie trauten ihm nicht zu, dass er in der Lage war, dafür zu sorgen, dass sie die starken Völker innerhalb des Landes besiegen konnten. Und vielleicht hat diese Unzufriedenheit auch damit zu tun, dass sie jetzt erstmals ein Volk besiegt hatten, das kanaanitisch war. Sie hatten diesen Sieg vielleicht sich selbst zugeschrieben und gedacht, eigentlich sind wir doch stark genug, jetzt muss es doch losgehen ins gelobte Land. Aus den Anklagen des Volkes scheint aus meiner Sicht ein tiefes Misstrauen gegenüber Gott und Mose hervor. Sie unterstellten besonders Gott, aber auch seinem Diener Mose, schlechte Motive in seinem Handeln. Es klingt hier in diesem Text immer wieder so, als würde Gott dann aktiv die Giftschlangen auf Israel hetzen. So nach dem Motto, bringt die Aufrührer um, mit so einem Volk kann ich nichts anfangen. Es klingt ein wenig so, als würde Gott sich das Volk gefügig machen, indem er immer wieder Strafen schickt, wenn es mal Kritik an ihm übt. Ich glaube aber persönlich, dass es doch ein ganzes Stück anders ist. Ich hatte euch schon öfters davon erzählt, wenn in der Bibel Gott ein aktives Handeln zugeschrieben wird, kann es auch einfach sein, dass er passiv Dinge geschehen lässt. Und ich glaube auch tatsächlich, dass es sich hier wieder um so einen Fall handelt. Die giftigen feurigen Schlangen gab es in der Wüste viele. Und dass bisher von einem Schlangenbiss nichts geschrieben wird, hat aus meiner Sicht in erster Linie damit zu tun, dass Gott bisher das Volk davor geschützt hatte. Und nun, im Angesicht ihrer Beschwerden, zog er seinen Schutz von ihnen zurück. Ich glaube persönlich, dass sie diesen Schutz gar nicht zu schätzen wussten. Sie bemerkten ihn vielleicht sogar nicht mal, doch Gott war die ganze Zeit bei ihnen gewesen. Er hatte sie auf dem Weg in der Wüste bisher bewahrt, sie mit Essen und Trinken versorgt, ihnen militärische Siege geschenkt, doch tatsächlich war das alles für sie so selbstverständlich geworden, dass sie sich über all das, was Gott ihnen schenkte, sogar noch beschwerten. Deshalb zog Gott seinen Schutz von ihnen zurück. Und prompt bekamen sie die harte Wüstenrealität zu spüren. Die Schlangen, die sie bisher in Ruhe gelassen hatten, überfielen auf einmal das Volk. Sie bissen sie und viele Israeliten starben. Im Text wird von feurigen Schlangen gesprochen. Möglicherweise hat es mit den Bissen zu tun, die wahrscheinlich brennende Entzündungen auslösten. Und wenn die Israeliten nicht an den Entzündungen starben, dann sehr wahrscheinlich an dem Gift der Schlangen. Die Israeliten gingen deshalb, weil sie das Sterben sahen, schnell zu Mose. Sie merkten, was die Schlangen angerichtet hatten und deswegen baden sie Mose um Hilfe und der bat für sie zu Gott. Und die Antwort Gottes, die wirkt auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Und doch half sie dem Volk zu überleben. Wir lesen davon in 4. Mose Kapitel 21 in den Versen 8 und 9. Da sprach der Herr zu Mose, mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben. Gott sagt zu Mose, er soll eine eherne Schlange, also eine Schlange aus Bronze herstellen. Und er soll diese Schlange auf einer Stange aufrichten und jeder, der von einer Schlange gebissen wird, der soll die bronzene Schlange ansehen. Und wenn er sie ansieht, dann würde er überleben. Das heißt, ein einfacher Blick sollte genügen. Ich glaube allerdings nicht, dass die bronzene Schlange eine Art Anbetungsgegenstand war oder dass da irgendwelche magischen Kräfte wirkten. Die Schlange war vielmehr eine Art Form der Hinwendung zu Gott. Sie war die Anerkennung, dass das Volk aus eigener Kraft nicht überleben konnte, sondern dass sie auf Gottes Hilfe, auf seinen Schutz, seine Versorgung und seine Heilung angewiesen waren. Interessant daran ist, dass im Neuen Testament diese Geschichte aufgegriffen wird, und zwar von Jesus selbst. Er nutzt die Geschichte, um sein eigenes Tun zu beschreiben, und zwar in Johannes 3, in den Versen 14 und 15. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, auf das alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Jesus vergleicht hier sein eigenes Tun mit der Schlange, die erhöht wurde. Mose hat sie erhöht, um Menschen vor dem Tod zu retten. Und genauso ist es auch mit Jesus. Er ist auf diese Welt gekommen, um erhöht zu werden. Und damit meint die Bibel, am Kreuz zu sterben. Dass Jesus am Kreuz gestorben ist, ist die Grundlage dafür, dass alle, die Jesus annehmen, an ihn glauben, ihm ihr Leben übergeben, das ewige Leben bekommen. Das heißt, die Geschichte hat durchaus auch eine Bedeutung für uns heute. Jeder, der auf Jesus schaut, der Jesus zu seiner Hoffnung des Lebens macht, erfährt Rettung. Er bekommt durch ihn ewiges Leben. In der Geschichte aus dem vierten Buch Mose steckt aber noch ein anderes Detail, das interessant ist. Mose richtet eine Schlange auf. Und die Schlange, die kennen wir vom Anfang der Bibel. Das ist das Tier, durch das Adam und Eva verführt werden. Gott zu misstrauen. Und es ist damit auch die Grundlage dafür, dass wir heute dieses Misstrauen gegenüber Gott weiter in uns tragen und damit ein Bruch in der Liebe zu Gott und zwischen uns Menschen entstanden ist. Mit der Schlange kam die Sünde in die Welt. Das war der Beginn, in dem wir Menschen begannen, Dinge zu tun, die uns selbst, aber auch unserem jeweiligen Gegenüber schadeten. In der wir Menschen begannen, Böses zu tun. Und Jesus? Durch ihn wird Gott Mensch, nimmt all die Sünde auf sich, stirbt stellvertretend für uns und trägt damit also die Strafe, die wir verdient hätten und schenkt uns das ewige Leben. Paulus drückt das in 2. Korinther 5, Vers 21 so aus. Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. Paulus beschreibt es so. Jesus wird für uns zur Sünde. Mit anderen Worten, er nimmt unseren Zustand auf sich als Gerechter, stirbt stellvertretend und schenkt uns damit, dass wir vor Gott gerecht dastehen. Und das ist die Grundlage für das ewige Leben. Jesus wird also zur Schlange. Jeder, der ihn ansieht, erfährt Rettung, bekommt das ewige Leben. Das ist doch eine Perspektive, in der es sich zu leben lohnt, oder? Das Volk Israel muss weiterkämpfen. In unserer nächsten Episode kommen sie an die Grenze des Landes Kanaan. Und sie müssen dort gegen Sihon und Og zwei Könige kämpfen. Wie Gott ihnen die Siege über die Könige schenkt, das erfahrt ihr in der nächsten Folge von BibleNow. Bis zur nächsten Folge möchte ich euch Mut machen, wenn euch dieser Podcast gefällt, dann abonniert ihn in eurer Lieblings-Podcast-App. Ihr findet BibleNow zum Beispiel bei Apple Podcasts, bei Spotify und auch auf allen möglichen anderen Podcastportalen. Und auf Spotify und Apple Podcasts könnt ihr BibleNow auch bewerten, das heißt könnt ein paar Sternchen vergeben. Wenn ihr Feedback habt, dann schickt mir gerne eine E-Mail an kontakt-at-biblenow.de oder nutzt das Kontaktformular auf biblenow.de unter der jeweiligen Episode oder schreibt einen Kommentar auf Spotify. Und wenn ihr möchtet, dann abonniert auch natürlich gern den WhatsApp-Kanal von BibleNow. Den Link dazu findet ihr in den Shownotes auf BibleNow.de. Das war es für diese Woche von BibleNow. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch das nächste Mal wieder einschaltet, wenn es heißt BibleNow, die Bibel und du. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Das war BibleNow, die Bibel und du. Jede Woche neu auf BibleNow.de. Du willst etwas zur Sendung sagen? Schreibe deinen Kommentar auf unsere Website oder auf Facebook. Wir hören uns nächste Woche. Bis dahin wünschen wir dir Gottes Segen und viel Spaß beim Bibellesen.

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